Eisbären holen zwölften DEL-Titel: „In Serie reingefressen“
Die Eisbären sichern sich trotz schwieriger Saison die zwölfte DEL-Meisterschaft. Wie die Berliner den Favoriten aus Mannheim im Finale bezwangen.
Der Berliner Andreas Eder jubelt mit der Trophäe. Florian Wiegand/dpa
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Erst flogen vor lauter Glück die Handschuhe durch die Arena in Mannheim, dann jubelten und klatschten sich die Spieler der Eisbären Berlin ab - mittendrin ihr Meistercoach Serge Aubin, der sich die Freudentränen aus den Augenwinkeln wischte. „Für mich ist dieser Titel etwas Besonderes, denn es gab eine lange Zeit Zweifel an uns“, sagte der 51-Jährige und verwies auf die vielen Rückschläge und Herausforderungen, die sein Team in dieser Spielzeit zu meistern hatte. „Wir sind damit gut umgegangen und zur richtigen Zeit aufgestanden.“
Das gellende Pfeifkonzert der Mannheimer Heimfans war den Titelverteidigern in der Deutschen Eishockey Liga total egal, sie feierten auch eine Stunde nach Spielende noch ausgelassen auf dem Eis. Der verletzte Lean Bergmann bekam im Rollstuhl sitzend als erster die goldene Meistermedaille.
Dank eines 4:1 (1:0, 1:0, 2:1) verwandelten die Eisbären ihren zweiten Matchpuck und machten dadurch die zwölfte Meisterschaft in der DEL klar. Die Treffer von Ty Ronning (20./44.), Liam Kirk (22.) und Eric Mik (58.) bedeuteten den entscheidenden letzten Schritt zur erneuten Titelverteidigung. Für Mannheim traf lediglich Marc Michaelis kurz vor dem Ende, als die Partie längst entschieden war (59.).
Eisbären-Spieler feiern emotionalen Sieg
„Es fällt mir schwer, das aufzunehmen. Es ist alles so schnell passiert. Es fühlt sich alles gut an“, sagte Eisbären-Stürmer Frederik Tiffels, der seinen vierten Meistertitel in Serie klarmachte, bei Magenta TV.
Besonders emotional war der Titel für Andreas Eder, der im Moment des sportlichen Glücks an seinen im Vorjahr an Krebs gestorbenen Bruder Tobias Eder erinnerte, dessen Name die Eisbären-Fans ebenfalls skandierten. „In dem Trikot, das mein Bruder als letztes getragen hat, das kann ich nicht in Worte fassen“, sagte er. „Was diese Mannschaft die letzten zwei Jahre gemacht hat. Die ganzen Verletzungen, wir haben von Runde zu Runde zum Spiel gefunden“, sagte Eder.
Diese Berliner Meisterschaft galt lange als die unwahrscheinlichste, denn im Verlauf der Saison hatte der Hauptstadt-Club mit zahlreichen Verletzungen zu kämpfen. Dennoch qualifizierte er sich als Sechster für die Playoffs und behielt anschließend gegen die Straubing Tigers, den Hauptrunden-Ersten Kölner Haie und nun auch gegen die Adler die Oberhand. „Es ging nur mit täglicher Arbeit. Wir haben uns in die Serie reingefressen“, sagte Tiffels. „Wir haben eine brutal geile Truppe“, sagte Eder.
Historische Wende bleibt aus
Vor allem in den ersten drei Finalspielen gegen Mannheim spielten die Berliner ihre Qualitäten aus. Die Adler hofften nach dem 4:3 nach Verlängerung im vierten Duell zwar auf die historische Wende und das Ende der Titel-Sehnsucht. Doch auch in dieser Spielzeit bleibt es dabei: Einen 0:3-Serienrückstand konnte bislang noch kein Team in der DEL aufholen.
In einem intensiven Spiel hatten beide Mannschaften in der Anfangsphase Chancen - Berlin vor 13.600 Zuschauern mehr und die besseren. Doch es dauerte bis zur Schlussminute des ersten Drittels, ehe Ronning die gut 600 mitgereisten Eisbären-Fans jubeln ließ.
Einen Schritt voraus: Berlins Liam Kirk im Laufduell mit Marc Michaelis von den Adlern.Florian Wiegand/dpa
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Der zweite Abschnitt hätte für die Gäste durch Kirks Tor kaum besser starten können. Auf der Gegenseite verpassten die Adler die schnelle Antwort, weil die letzte Genauigkeit im Passspiel fehlte und auch eine Überzahlsituation nicht genutzt werden konnte.
Eisbären-Torwart Stettmer überragt
Einmal mehr stand mit Eisbären-Keeper Jonas Stettmer auch an diesem Nachmittag der beste Mann zwischen den Pfosten. Berlins Leistungsträger Manuel Wiederer bezeichnete die Leistung seines Schlussmanns als „überragend“ und fügte bei MagentaSport hinzu, dass die Leidenschaft „der Weg zum Ziel“ sei.
Auch im Schlussabschnitt blieb Berlin seinem Spielstil treu und agierte abgezockt. Das 3:0 durch Ronning bedeutete die frühzeitige Entscheidung. Zwar gaben die Mannheimer nicht auf, nahmen sogar frühzeitig den Torwart vom Eis und bekamen einen Penalty zugesprochen. Doch es half nichts, wieder war Stettmer zur Stelle - außer beim 1:4 von Michaelis. Zuvor traf noch Mik ins leere Tor für die Eisbären. Das Warten der Adler auf ihre erste Meisterschaft seit 2019 geht somit weiter. Aber auch sie wurden von ihrem Anhang lautstark für eine gute Saison gefeiert.
Die Eisbären jubeln über den zwölften Titel in der DEL.Florian Wiegand/dpa
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