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In Frankfurt steht Hessens erste Begräbniskirche

Der Innenraum bietet Platz für 2500 Urnen. Die ersten Lichter brennen schon.

22.09.2026

St. Michael ist jetzt eine Begräbniskirche.Andreas Arnold/dpa

St. Michael ist jetzt eine Begräbniskirche.Andreas Arnold/dpa

© Andreas Arnold/dpa

Im Frankfurter Nordend steht Hessens erste Begräbniskirche. Der Innenraum bietet Platz für 2500 Urnen. Nächste Woche wird die hessenweit einmalige Institution eröffnet. Willkommen sind nicht nur Katholiken, wie das Bistum Limburg betont.

Der denkmalgeschützte Bau stammt aus den 1950er Jahren. Seit vor rund zehn Jahren die Pfarrei in eine andere integriert wurde, wird St. Michael nicht mehr im engeren Sinne als Kirche genutzt. 2020 gewann das Architekturbüro Meixner-Schlüter-Wendt den Wettbewerb für die Umgestaltung. Der Umbau dauerte eineinhalb Jahre und kostete 3,5 Millionen Euro. 

Die Kirche aus den 1950er Jahren steht unter Denkmalschutz. Andreas Arnold/dpa

Die Kirche aus den 1950er Jahren steht unter Denkmalschutz. Andreas Arnold/dpa

© Andreas Arnold/dpa

Wer sich dort bestatten lassen möchte, kann für 2.900 Euro ein Nutzungsrecht für 15 Jahre erwerben. Für Menschen mit geringem Einkommen gibt es 400 Plätze für 1.800 Euro. Für 195 Euro im Jahr kann man einen Platz reservieren.

Nach Angaben des Bistums gibt es deutschlandweit bereits rund 50 Urnenkirchen. Schon vor der Eröffnung wurden in Frankfurt die ersten Verstorbenen beigesetzt. Die Architekten haben halbkreisförmige Wände aus Sichtbeton in den leeren Kirchenraum eingezogen. Darin reihen sich pastellfarbene Kammern aus geriffeltem Glas. 

Angebote auch für konfessionslose Bürger

St. Michael soll „ein gastfreundlicher Ort“ sein, sagte Verena Maria Kitz vom Zentrum für Trauerseelsorge St. Michael, „ein Raum für die Verstorbenen und für die Lebenden“. Das Angebot gelte auch für Menschen, die keiner Kirche angehören. Nur anonyme Bestattungen sind nicht erlaubt. 

Hintergrund ist, dass sich die Trauerkultur verändert. Viele Menschen haben keine Zeit oder kein Interesse, ein Familiengrab zu pflegen, oder sie wohnen zu weit weg. Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Bestatter werden 80 Prozent der Verstorbenen inzwischen feuerbestattet.

Es gibt Platz für 2.500 Urnen.Andreas Arnold/dpa

Es gibt Platz für 2.500 Urnen.Andreas Arnold/dpa

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