Hunderte Lehrer fallen wegen Krankheit dauerhaft aus
Mehr als 200 verbeamtete Lehrer in Berlin sind seit mindestens einem Jahr krankgeschrieben, hinzu kommen rund 150 angestellte Lehrkräfte. Wie geht das Land damit um?
In Berlin sind zahlreiche Lehrer dauerhaft krankgeschrieben. (Symbolbild) Jens Kalaene/dpa
© Jens Kalaene/dpa
Fast 400 Lehrkräfte in Berlin fallen krankheitsbedingt seit mindestens einem Jahr aus. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine parlamentarische Anfrage des Abgeordneten Alexander King (BSW) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und über die zuvor die „Berliner Morgenpost“ berichtet hat.
Den Angaben zufolge sind 225 verbeamtete Lehrer seit mindestens einem Jahr krankgeschrieben. Hinzu kommen 155 angestellte Lehrkräfte, die ebenfalls seit mindestens zwölf Monaten oder länger ausfallen. Insgesamt gibt es in der Hauptstadt etwa 35.000 Lehrerinnen und Lehrer.
Der Abgeordnete King führt die Entwicklung auch auf die „mangelhafte Personalausstattung“ zurück. Sie erhöhe die Belastung der vorhandenen Lehrkräfte und begünstige weitere krankheitsbedingte Ausfälle, erklärte King.
Besonders viele Ausfälle in Marzahn-Hellersdorf
Konkret fallen laut Senatsbildungsverwaltung 143 verbeamtete Lehrkräfte seit mindestens einem Jahr aus, weitere 50 seit mindestens 2 Jahren. 18 Lehrer sind demnach sogar seit mindestens 10 Jahren krankgeschrieben. Die meisten der dauerhaft kranken Kräfte (98) fehlen an Grundschulen. An den Sekundarschulen fallen 54 Lehrer wegen einer langen Krankschreibung aus, an den Gymnasien sind es 34 und an den berufsbildenden Schulen 27.
Unter den angestellten Lehrkräften sind es 5, die seit mindestens 10 Jahren krankgeschrieben sind. Seit mindestens 5 Jahren fallen 16 Lehrer krankheitsbedingt aus.
Blickt man auf die Bezirke, gibt es die meisten langfristig kranken Lehrkräfte in Marzahn-Hellersdorf (41). Dahinter folgen Pankow (39) und Lichtenberg (33). Am wenigsten Lehrkräfte fallen in Mitte (17) sowie in Spandau und Tempelhof-Schöneberg (jeweils 22) aus.
Einsatz andernorts möglich
Bei Langzeiterkrankten wird laut Bildungsverwaltung die Zentrale medizinische Gutachtenstelle (ZMGA) des Landesamts für Gesundheit und Soziales damit beauftragt, eine Untersuchung durchzuführen. „Besteht laut Gutachten der ZMGA keine Aussicht, dass die Beamtin oder Beamte innerhalb weiterer 6 Monate wieder dienstfähig wird, beginnt die Einleitung des Ruhestandsverfahrens“, hieß es.
Kann die betroffene Person nicht mehr als Lehrkraft arbeiten, ist aber in der Lage andere Tätigkeiten zu übernehmen, kann „ein Einsatz im Projekt der beruflichen Neuorientierung durch amtsangemessene anderweitige Verwendung erfolgen“. An diesem Projekt nehmen derzeit 29 der Betroffenen teil, wie es hieß.