Hoffen auf Happy End – Ist der Uhu-Papa wieder im Kirchturm?
Nach einem Drama um drei Küken sind im Marburger Kirchturm wieder zwei erwachsene Uhus gesichtet worden. Ist Papa „Hugo“ wirklich zurück? Warum diese Frage nicht einfach zu beantworten ist.
In dieser Kirche befindet sich der Brutkasten. Im Livestream waren nun wieder zwei Uhus zu sehen. (Archivbild)Christine Schultze/dpa
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Nach der Rettung dreier Uhu-Küken sind im Brutkasten der Elisabethkirche in Marburg wieder zwei erwachsene Vögel gesichtet worden. Damit bestehe die Hoffnung, dass das zuvor verschwundene Männchen Hugo zurückgekehrt sein könnte, sagt Hartmut Möller vom Naturschutzbund (Nabu) Marburg. Vor einigen Tagen hatten die Naturschützer die geschwächten Küken aus dem Nistkasten im Kirchturm gerettet.
Über eine Live-Kamera hatten Tausende Interessierte das Brutgeschehen verfolgt. Die Notlage wurde sichtbar, nachdem der Uhu-Papa mehrere Tage lang keine Beute mehr gebracht hatte. Die Jungvögel wurden nach der Entnahme aus dem Nistkasten in eine spezialisierte Wildvogel-Aufzuchtstation gebracht. Hugo blieb weiter verschwunden und Mutter Lisbeth war vorerst alleine im Brutkasten.
Ist es der Uhu-Papa? Naturschützer rätseln noch
Nun sorgt die Rückkehr zweier Uhus in den Nistkasten für Spekulationen. Ob es sich um Lisbeth und Hugo handele, ist laut Möller unklar, da die Tiere keine Kennzeichnung hätten. Es handele sich jedoch um ein Männchen und ein Weibchen, die zusammen unterwegs seien.
In der Online-Community, die das Geschehen über die Live-Kamera nachverfolgen könne, hoffe man, dass Hugo zurückgekehrt sei, sagt Möller. Eine Möglichkeit sei, dass er verletzt worden sei, sich an einem anderen Ort erholt habe und dann zurückgeflogen sei. Möglich sei auch ein neues Uhu-Paar.
Wie geht es den Uhu-Babys?
Derweil gehe es den Uhu-Babys in ihrer neuen Unterkunft prächtig, berichtet Möller. Sie entwickelten sich sehr gut. Ziehmutter Momo kümmere sich liebevoll um die kleinen Küken und füttere die Jungtiere bereits selbst. Auf einem vom Nabu veröffentlichten Video ist zu sehen, wie sich die zwei Wochen alten Küken an den Bauch der Ziehmütter kuscheln.
Der Kontakt zum Menschen werde dabei zunehmend reduziert, damit die Auswilderung im September reibungslos verlaufen könne, sagt Möller.
Weil die zwei Uhus in Marburg nicht beringt sind, kann nicht festgestellt werden, ob es sich um „Lisbeth“ und „Hugo“ handelt. (Symbolbild)Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
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