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Höckes Wahlkampfhilfe trifft auf größeren Gegenprotest

Björn Höcke fordert in Stralsund eine restriktivere Asylpolitik und eine andere Russland-Politik. Begleitet wurde der Auftritt von stärkerem Gegenprotest als zuvor erwartet.

04.09.2026

Nach einer Rede in Neubrandenburg hat Björn Höcke auch in Stralsund die AfD in MV beim Wahlkampf unterstützt.Stefan Sauer/dpa

Nach einer Rede in Neubrandenburg hat Björn Höcke auch in Stralsund die AfD in MV beim Wahlkampf unterstützt.Stefan Sauer/dpa

© Stefan Sauer/dpa

Deutlich mehr Menschen als zuvor erwartet haben in Stralsund gegen eine Wahlkampfveranstaltung mit Thüringens AfD-Landeschef Björn Höcke demonstriert. Am Gegenprotest beteiligten sich laut Polizei in der Spitze etwa 2.000 Menschen. Erwartet wurden laut Polizeiangaben zuvor etwa 400. Zur AfD-Veranstaltung auf der Hansa-Wiese kamen demnach in der Spitze etwa 550 Menschen. Dabei harrten sie genau wie die durch Polizei und Absperrgitter von ihnen getrennten Gegendemonstranten teils im strömenden Regen aus.

Die Polizei war mit einem starken Aufgebot vor Ort. Nach Aussage einer Polizeisprecherin waren bis zum Ende der AfD-Kundgebung am Abend keine Straftaten bekanntgeworden. Die Polizei wollte demnach noch bis in die Nachtstunden präsent sein, um zu verhindern, dass es im Zuge der Heimreise beider Gruppen zu Konflikten kommt.

Zweiter Höcke-Auftritt in Folge in MV

Es war der zweite Auftritt Höckes in MV in Folge, nachdem er am Vorabend auf dem Neubrandenburger Marktplatz geredet hatte. Er unterstützte damit die hiesige AfD vor der Landtagswahl am 20. September. In Umfragen führt die AfD in MV vor der regierenden SPD. 

Höcke widmete weite Teile seiner Rede dem Thema Migration und forderte eine restriktivere Asylpolitik. Er gab dabei die Migrationspolitik Dänemarks als Vorbild vor. Das von der Sozialdemokratin Mette Frederiksen regierte Land will etwa bereits ab kommendem Jahr erste Migranten in Abschiebezentren außerhalb der Europäischen Union unterbringen, wie der zuständige Minister am Freitag erklärte.

Kritik an Russland-Politik

Zuspruch erhielt Höcke wie schon in Neubrandenburg auch für die Forderung nach einer anderen Russland-Politik. „Wir können einen Friedensmodus mit Russland aufbauen“, sagte er. „Wir müssen Brücken bauen nach Russland. Russland und Deutschland müssen Partner werden.“

Deutschland unterstützt die Ukraine, nachdem diese 2022 Ziel einer russischen Vollinvasion geworden ist und sich seitdem gegen Russlands Angriff verteidigt, unter anderem finanziell und mit Rüstungsgütern. Außerdem beteiligt sich Deutschland an Sanktionen gegen Russland.

Gegen den Höcke-Auftritt demonstrierten mehr Menschen als zuvor erwartet.Stefan Sauer/dpa

Gegen den Höcke-Auftritt demonstrierten mehr Menschen als zuvor erwartet.Stefan Sauer/dpa

© Stefan Sauer/dpa

Jüngst hatte die Bundesregierung Russland für einen Anschlagsversuch mit einer Sprengstoffdrohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich gemacht und deshalb unter anderem die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn und die Kündigung des Vertrags für das Russische Haus in Berlin angekündigt. Höcke sagte, ein Staat werde an den Pranger gestellt, „ohne Beweise zu haben“. 

Lautstarker Gegenprotest

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte die Zuschreibung hingegen mit polizeilichen Ermittlungsergebnissen, Tatmustern und nachrichtendienstlichen Erkenntnissen begründet.

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Gegenprotestes in Stralsund taten ihre Ablehnung unter anderem mit Pfiffen und Buh-Rufen kund. Höckes Landesverband ist von Thüringens Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft worden. Wie schon zuvor in Neubrandenburg standen nach der Kundgebung zahlreiche Anhänger Schlange für ein Foto mit Höcke.