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Hitzewelle trifft Obdachlose besonders hart

Mindestens 29.000 Menschen in Hessen sind obdachlos. Warum die Hitzewelle für sie zur Gefahr wird – und welche Unterstützung es in den Städten gibt.

23.06.2026

Die von Obdachlosigkeit betroffenen Menschen werden unter anderem mit Wasser versorgt. (Symbolfoto) Andreas Arnold/dpa

Die von Obdachlosigkeit betroffenen Menschen werden unter anderem mit Wasser versorgt. (Symbolfoto) Andreas Arnold/dpa

© Andreas Arnold/dpa

Die Hitzewelle in Hessen macht obdachlosen Menschen enorm zu schaffen - sie können sich vor der stechenden Sonne und den hohen Temperaturen kaum schützen. „Fehlende Rückzugsorte, unzureichende Verschattung sowie ein erschwerter Zugang zu ausreichend Trinkwasser erhöhen das Risiko für Dehydrierung, Kreislaufprobleme und hitzebedingte Erkrankungen“, erklärte ein Sprecher der Stadt Darmstadt. 

Hinzu kommt: Viele Betroffene sind körperlich oder psychisch erkrankt. Suchterkrankungen können durch die Hitze weiter verschärft werden. Durch den Drogenkonsum verändert sich zudem die Wahrnehmung für das eigene Körperempfinden - die Menschen können Risiken schlechter einschätzen. Besonders gefährdet in der Hitze sind zudem ältere Menschen.

Dunkelziffer

Nach Auskunft des Sozialministeriums in Wiesbaden gibt es in Hessen mindestens 29.000 obdachlose Frauen und Männer. Dies ist die offizielle Zahl von Menschen, deren Wohnungslosigkeit den Behörden bekannt ist, da sie von den Kommunen untergebracht werden. Doch es gibt eine Dunkelziffer. Dazu gehören nicht untergebrachte Menschen und Betroffene ohne eine Wohnung, die vorübergehend bei Angehörigen oder Bekannten unterkommen.

In Frankfurt leben etwa 200 bis 300 Menschen ohne Dach über den Kopf, für sie ist seit Donnerstag vergangener Woche ein Hitzebus abends und nachts unterwegs. Die Menschen würden zu Übernachtungsstätten gefahren sowie mit Wasser, Wasserzerstäubern, Sonnencreme sowie Sonnenschutz wie Caps und Sonnenschirmen versorgt, erklärte Daniel Schneider, Mitarbeiter beim Hitzebus. Zusätzlich zum Hitzebus sind laut Auskunft des Sozialdezernats tagsüber Menschen im Auftrag der Stadt unterwegs, um obdachlos lebende Menschen zu versorgen, auf kühle Orte hinzuweisen oder gegebenenfalls Notfallmaßnahmen einzuleiten. 

Obst und Getränke

Auch in Darmstadt werden die etwa 50 auf der Straße lebenden Menschen etwa durch die Ausgabe von Sonnencreme, Kopfbedeckungen und Trinkflaschen sowie die Bereitstellung von kalten Getränken und Obst unterstützt, wie die Stadt mitteilte. Unter anderem Streetworker sind unterwegs und sprechen die Betroffenen an, zudem können sich die Menschen in den kühleren Räumen der Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe aufhalten. 

Wie viele Menschen in Kassel auf der Straße leben, kann laut Auskunft der Stadt nur geschätzt werden. Es werde von etwa 150 Menschen ausgegangen, die auf der Straße lebten oder etwa bei Freunden oder Verwandten unterkämen. Sie werden von der Wohnungslosenhilfe während der Hitzewelle mit Wasser und Sonnenschutz unterstützt. Zudem ermöglicht die Stadt mit ihren Trinkbrunnen allen Menschen den kostenlosen Zugang zu sauberem Trinkwasser.