Hitzewelle hält an - Hilfen für Obdachlose in Thüringen
Nicht nur Kälte macht Menschen, die auf der Straße leben, zu schaffen. Auch die Hitze kann lebensgefährlich werden. Wo Betroffene Hilfe finden und wie Unterstützung aussehen kann.
Besonders an heißen Tagen ist es wichtig, ausreichend zu trinken. (Symbolbild)Martin Schutt/dpa
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Vielen macht die Hitzewelle in Thüringen derzeit zu schaffen - stark gefährdet sind durch die hohen Temperaturen besonders obdachlose Menschen. So benennt der Hitzeaktionsplan der Stadt Jena etwa „obdachlose Menschen ausdrücklich als besonders hitzegefährdete Personengruppe“, wie es von einer Sprecherin der Stadt heißt.
Auch in den kommenden Tagen soll es in Thüringen heiß bleiben. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) sind im Freistaat demnach bis zu 40 Grad möglich. In Erfurt, Jena und Gera sehen sich die Städte als gut vorbereitet, was Unterstützungsangebote für Obdachlose angeht.
Hilfsangebote in den drei größten Städten
In Jena sind demnach die beiden städtischen Notunterkünfte als Schutzräume geöffnet. Zudem seien Straßensozialarbeiter in der Stadt unterwegs. In Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen werden die Bedarfe beobachtet und Hilfsangebote entsprechend abgestimmt, wie die Sprecherin mitteilte.
Bei den Kapazitäten für Unterkünfte sowie Unterstützungsangeboten gebe es in Gera noch keine Konflikte, wie eine Sprecherin des Sozialamts mitteilte. Und nicht nur in Jena, sondern auch in der Landeshauptstadt sind laut einem Sprecher der Stadtverwaltung Streetworker unterwegs. Zudem stünden die städtischen Ämter im Austausch mit Trägern der Obdachlosenhilfe.
Angebote von Hilfsorganisationen
Denn auch über soziale Einrichtungen und Kirchen gibt es in Thüringen Unterstützung. „Während viele Menschen sich in ihre Wohnung oder an einen kühlen Ort zurückziehen können, verbringen wohnungslose Menschen den ganzen Tag im Freien“, sagte Diözesan-Caritasdirektor Philipp Nitsche. „Für sie kann extreme Hitze schnell zu einer ernsthaften Gesundheitsgefahr werden.“
So können etwa beim Caritas-Tagestreff in Eisenach, Erfurt und Leinefelde Betroffene Schutz vor der Hitze finden. Zudem erhalten sie dort Getränke und können sich ausruhen und duschen, wie es vom Caritasverband für das Bistum Erfurt heißt. Streetworker verteilen in der Landeshauptstadt außerdem Wasserflaschen und Sonnencreme.
Laut Statistischem Bundesamt waren zum Stichtag 31. Januar 2025 bundesweit rund 474.700 Menschen in Notunterkünften untergebracht. In Thüringen wurden demnach vergangenes Jahr rund 3.000 Wohnungslose erfasst. Menschen, die ohne jegliche Unterkunft auf der Straße leben, sind in der Erhebung jedoch nicht einbezogen.
Wie kann man helfen?
Bei den Temperaturen sind Aufmerksamkeit und ein respektvoller Umgang wichtig. Wer das Gefühl hat, dass jemand unter der Hitze leidet oder gesundheitlich gefährdet sein könnte, sollte die Person zunächst respektvoll ansprechen und fragen, ob man unterstützen kann, wie die Sprecherin des Sozialamts Gera sagte. Wenn die Betroffenen in einer Notsituation sind, sollte man auf jeden Fall unverzüglich einen Krankenwagen rufen.
Wer unterstützen möchte, kann das auch mit Geld- oder Sachspenden tun. „Schon eine kleine Spende hilft uns dabei, Menschen vor den Folgen der extremen Hitze zu schützen“, sagte Nitsche. Bei den derzeitigen Temperaturen werden laut Caritas unter anderem Hygieneartikel des täglichen Bedarfs wie etwa Sonnencreme benötigt.