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Historischer Hellingkran in Rostock vorerst gesichert

Weithin sichtbar sind Arbeiten an einem ehemaligen Rostocker Werftkran gestartet. Von ihrem Fortgang hängt ab, wann Anwohner und Anwohnerinnen in ihre Wohnungen zurückkönnen.

28.10.2026

Anwohner mussten ihre nahegelegenen Wohnungen verlassen.Bernd Wüstneck/dpa

Anwohner mussten ihre nahegelegenen Wohnungen verlassen.Bernd Wüstneck/dpa

© Bernd Wüstneck/dpa

Der beschädigte historische Hellingkran in Rostock ist vorerst gesichert. „Die Lasten, also die Gefährdung, dass da jetzt was einstürzt, die haben wir im Moment im Griff“, sagte der zuständige Senator Chris von Wrycz Rekowski (SPD) am Mittwochmorgen. Die Arbeiten in der Nacht zu Mittwoch seien erfolgreich verlaufen.

Vier Kräne halten inzwischen den Hellingkran, zwei davon den Ausleger und zwei den beschädigten Zugbalken. Ein fünfter Kran hielt laut von Wrycz Rekowski den Arbeitskorb, von dem aus gearbeitet wurde. Am Mittwochmorgen waren keine Arbeiten direkt am Kran erkennbar. Im Laufe des Tages sollten diese aber weitergehen. Demnach sollen etwa Stahlseile, die den Ausleger mit einem anderen Teil des Krans verbinden, verstärkt werden.

Zugbalken erhält „Streckverband“

„Und wir werden anfangen, diesen, ich nenne das immer Streckverband, also diese Klemmen mit den Flaschenzügen anzubringen, damit der Zugbalken da oben weiter gesichert ist“, sagte von Wrycz Rekowski. Wenn alles gut gehe, sei der Zugbalken dann bis Donnerstagfrüh „vernünftig stabilisiert“.

Einem Fußgänger war der Knick am Freitag aufgefallen. Am selben Tag wurden nahegelegene Wohnungen und Gewerberäume evakuiert, wegen der Gefahr, dass der Ausleger abstürzt.

Bei der Reparatur soll aus Zeitgründen nicht geschweißt werden.Bernd Wüstneck/dpa

Bei der Reparatur soll aus Zeitgründen nicht geschweißt werden.Bernd Wüstneck/dpa

© Bernd Wüstneck/dpa

Der umgebaute Großkran aus DDR-Zeit wird für Veranstaltungen genutzt. Er ist auch eine Außenstelle des Rostocker Standesamtes. Die Hochzeitszeremonien finden im ehemaligen Maschinenraum des früheren Schiffbaukrans statt.

Vor der eigentlichen Reparatur muss nach von Wrycz Rekowskis Aussage der Zugbalken, an dem bereits ein Riss erkennbar ist, durchgeschnitten werden. „Er muss einmal getrennt werden, damit die Kanten ordentlich bearbeitet werden können.“ Bei der Reparatur sollen im weiteren Verlauf auch Lochbleche angebracht werden. Aus Süddeutschland kämen Hubbühnen, von denen aus die Arbeiter besser arbeiten könnten. 

Können Anwohner doch schon früher zurück in ihre Wohnungen?

Von Wrycz Rekowski ging weiter davon aus, dass die Arbeiten bis Freitag beendet sein könnten, wenn etwa das Wetter mitspielt. Donnerstag wolle man auch prüfen, was die weiteren Sicherungsmaßnahmen für den Absperrbereich bedeuten. „Also muss der Gefahrenbereich noch so groß sein, wie er jetzt ist, oder kann man ihn verkleinern? Weil das wichtigste Ziel ist ja, dass die Menschen wieder in ihre Wohnungen rein können. Das ist der Zeitdruck, der uns im Nacken sitzt.“

Die Stadt hatte am Wochenende noch mitgeteilt, dass die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner voraussichtlich frühestens am kommenden Montag wieder zurückkönnen. Zur Frage, ob gegebenenfalls auch eine frühere Rückkehr möglich ist, sagte von Wrycz Rekowski: „Wenn irgendwas schneller geht, werden wir das selbstverständlich sofort machen.“