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Hessen will Kompetenzen der Schüler für KI-Zeitalter stärken

Ab dem nächsten Schuljahr setzt Hessen auf einen Medienführerschein und das Fach „KI und Digitale Welt“. Wie das Land Kinder und Jugendliche für die digitale Zukunft fit machen will.

01.09.2026

Hessen will Kinder und Jugendliche verstärkt für eine Berufswelt mit mehr Künstlicher Intelligenz wappnen. (Symbolbild) Carmen Jaspersen/dpa

Hessen will Kinder und Jugendliche verstärkt für eine Berufswelt mit mehr Künstlicher Intelligenz wappnen. (Symbolbild) Carmen Jaspersen/dpa

© Carmen Jaspersen/dpa

Mit ausgewählten Schlüsselkompetenzen will Hessen seine Schülerinnen und Schüler auf den Vormarsch der Künstlichen Intelligenz vorbereiten. „Ein Kind, das heute eingeschult wird, übt vielleicht später einen Beruf aus, den wir noch gar nicht kennen“, sagte Kultusminister Armin Schwarz (CDU) im Landtag in Wiesbaden. 

Manche Berufe würden verschwinden, weil KI und Algorithmen künftig teils effizienter und billiger arbeiten könnten als Menschen. „Niemand weiß genau, was kommt“, hieß es weiter in einer Regierungserklärung des Ministers wenige Wochen nach dem Start des neuen Schuljahres. Sicher sei nur, was Kinder in Zukunft für eine Arbeitswelt mit mehr KI brauchten: „Deutsch, Mathematik, Medienbildung und Urteilsvermögen.“

Selbst entscheiden oder für sich entscheiden lassen?

Nur wer diese Fähigkeiten beherrsche, könne Künstliche Intelligenz kompetent nutzen – ohne von ihr abhängig zu sein. „Wer sie nicht beherrscht, entscheidet nicht mehr selbst – es wird für ihn entschieden“, betonte Schwarz. Das KI-Zeitalter mache die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler wichtiger denn je. 

Genau deshalb habe die schwarz-rote Landesregierung ihr neues Bildungspaket als „Kraftpaket“ präsentiert. Es soll unter anderem Schlüsselfähigkeiten wie Deutsch, Mathematik und den sicheren Umgang mit Social Media fördern. 

Medienführerschein und neues KI-Fach

Unter anderem soll vom kommenden Schuljahr an im vierten Jahrgang ein verpflichtender Medienführerschein eingeführt werden. Ebenfalls ab dem Schuljahr 2027/2028 kommt in den Jahrgangsstufen 5 und 6 das verpflichtende einstündige Fach „KI und Digitale Welt“ neu hinzu. 

Ab dem Schuljahr 2029/2030 soll das Fach mit Fokus auf Informatik auch für die Jahrgangsstufen 7/8 an Haupt- und Realschulen sowie für die Stufen 9/10 an Gymnasien eingeführt werden. Neben dem Einstieg in Informatikwissen und reflektierte Nutzung künstlicher Intelligenz sollen die Unterrichtsthemen um Wirtschafts-, Finanz- und Verbraucherbildung ergänzt werden. 

Gewerkschaft sieht noch „offene Fragen“

Mehr Medienbildung sei begrüßenswert und befähige Jugendliche, sich in einer sich schnell ändernden Welt zurechtzufinden, erklärte die Bildungsgewerkschaft GEW Hessen. „Das Erkennen von KI-generierten oder überarbeiteten Bildern oder Videos ist auch für die politische Meinungsbildung wichtig“, erläuterte der GEW-Vorsitzende Thilo Hartmann.

Es gebe aber noch einige offenen Fragen. Unklar sei, woher die benötigten Informatiklehrkräfte kommen sollen und ob das neue Fach „KI und Digitale Welt“ zusätzlich oder auf Kosten des bisherigen Fächerkanons angeboten wird.

Lob aus der hessischen Wirtschaft

Der Ausbau der Medienbildung sei ein „richtungsweisender Schritt und ein Standortvorteil für Hessen“, erklärte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, Dirk Pollert. „Hessen geht bundesweit voran und bereitet Kinder früh auf einen kompetenten Umgang mit KI vor.“ Damit dieser Anspruch in den Klassenzimmern ankommt, müssten die Lehrkräftefortbildung verbindlich und die digitale Infrastruktur dauerhaft gesichert werden, ergänzte Pollert.

Die stärkere Verankerung digitaler Zukunftskompetenzen gehöre zu den wichtigen Schritten, um junge Menschen besser auf Ausbildung, Beruf und gesellschaftliche Teilhabe vorzubereiten, teilte der Hessische Industrie- und Handelskammertag mit.