dpa

Heimsieg gegen Frankfurt: BVB legt an der Tabellenspitze vor

Nach weiten Reisen nach Norwegen und Aserbaidschan feiert Borussia Dortmund einen späten Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt. Das Spiel gegen die Hessen ist der Auftakt in eine wegweisende Woche.

24.10.2026

Schoss das späte Siegtor für Borussia Dortmund: Joker Maximilian Beier. Bernd Thissen/dpa

Schoss das späte Siegtor für Borussia Dortmund: Joker Maximilian Beier. Bernd Thissen/dpa

© Bernd Thissen/dpa

Nach dem Kraftakt feierten die BVB-Profis mit ihren Fans vor der Südtribüne den Sprung an die Tabellenspitze, Trainer Niko Kovac umarmte erleichtert seine Spieler. Nach den strapaziösen Reisen quer durch Europa haben die Schwarz-Gelben mit einem hart erkämpften 1:0 (0:0) im Traditionsduell mit Eintracht Frankfurt die Bühne bereitet für den Klassiker beim FC Bayern am nächsten Samstag. „Wir sind ungeschlagen, gehen nächste Woche zu den Bayern und wollen da ein gutes Spiel machen“, sagte Nationalverteidiger Nico Schlotterbeck beim TV-Sender Sky.

Mit 17 Punkten schoben sich die Dortmunder wieder an den Münchnern vorbei - zumindest vorübergehend. Die Bayern (14) können mit einem Sieg am Sonntag beim SC Freiburg wieder vorbeiziehen. Dieses Spiel „elektrisiert alle, das ganze Land“, meinte BVB-Sportchef Ole Book: „Wir wissen, was auf uns dort zukommt, welche Qualität. Wir sind schon auch gut und wollen dagegenhalten.“

Das Bayern-Spiel sei aber noch gar nicht groß thematisiert worden. „Wir hatten alle Hände voll zu tun in den letzten Tagen und Wochen. Wir haben ein ganz wichtiges Spiel vorher am Dienstag zu bestreiten“, ergänzte Book mit Blick auf das DFB-Pokalspiel gegen Werder Bremen.

Dass die Zuversicht groß ist, lag auch am Lucky Punch von Maximilian Beier in der 80. Minute. „Das waren intensive Wochen, aber wir lieben alle den Sport“, sagte Matchwinner Beier, der nach seiner Einwechslung den Unterschied machte. Das sei insgesamt nicht „das ganz große Feuerwerk“ gewesen, so Book: „Aber das kann man in der Phase mit so vielen Spielen nicht ganz erwarten. Ich habe großes Vertrauen in die Mannschaft. Ich glaube, dass wir sehr stabil sind.“

Atubolu verhindert Dortmunder Führung

Trotz der drei intensiven Auswärtsspiele in Bodö, Berlin und Baku mit mehr als 11.000 Reisekilometern zeigten sich die Dortmunder vor heimischem Publikum, darunter auch Bundestrainer Jürgen Klopp, von Beginn an um Spielkontrolle bemüht. Die Gäste aus Frankfurt versuchten aus einer tiefstehenden Formation mit den schnellen Jonathan Burkardt und Younes Ebnoutalib in der Sturmspitze immer wieder, Nadelstiche zu setzen.

Die Dortmunder taten sich zunächst schwer, ihre Spielanteile in Torchancen umzumünzen. Richtig gefährlich wurde es das erste Mal aus der Distanz. Nach Serhou Guirassys Flachschuss aus rund 20 Metern musste sich Noah Atubolu lang machen, um den Ball um den Pfosten zu lenken (15.).

Svensson-Bogenlampe landet an der Latte

Kurze Zeit später entschied der SGE-Schlussmann auch das zweite Duell mit Guirassy für sich. Der Stürmer tauchte alleine vor Atubolu auf, dieser blieb lange stehen und entschärfte den Heber (17.). Mitte der ersten Hälfte setzte auch die Eintracht das erste offensive Lebenszeichen. Burkardts Flachschuss rauschte knapp am Tor vorbei (27.).

Die BVB-Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Nach einer Seitenverlagerung kam Daniel Svensson im Strafraum per Volley zu einem Abschluss, der Schuss wurde abgefälscht und landete in einer Bogenlampe auf der Latte des SGE-Tores. Im Laufe der ersten Halbzeit merkte man dem BVB die Reisen in den vergangenen zehn Tagen zunehmend an.

Kreatives Element fehlt

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich ein ähnliches Bild wie zuvor. Dortmund kontrollierte das Spiel, Frankfurt lauerte auf Gegenstöße. Wieder rettete die Latte für die Hessen. Guirassy setzte den Ball nach einer Ecke mit viel Wucht per Kopf an den Querbalken (55.).

Ohne den verletzten Konstantinos Karetsas fehlte dem Dortmunder Spiel oft das kreative Element. Gefährlich wurden die Schwarz-Gelben meist nur nach Fernschüssen oder Standards.

Kovac brachte drei frische Spieler, um die Offensive anzukurbeln. Den Lucky-Punch setzte dann der kurz zuvor eingewechselte Beier. Der Außenbahnspieler schloss von der linken Strafraumkante sehenswert ins lange Eck zum umjubelten Siegtreffer ab.

Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt lieferten sich am Samstagabend ein intensives Traditionsduell. Bernd Thissen/dpa

Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt lieferten sich am Samstagabend ein intensives Traditionsduell. Bernd Thissen/dpa

© Bernd Thissen/dpa

Verpasste die Dortmunder Führung in der ersten Halbzeit mehrfach: Stürmer Serhou Guirassy.Bernd Thissen/dpa

Verpasste die Dortmunder Führung in der ersten Halbzeit mehrfach: Stürmer Serhou Guirassy.Bernd Thissen/dpa

© Bernd Thissen/dpa