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Heftiger Dämpfer beim Wohnungsbau in Schleswig-Holstein

Fast 9.000 neue Wohnungen, aber der Einbruch ist deutlich: Das Statistikamt Nord meldet für 2025 einen massiven Rückgang beim Wohnungsbau in Schleswig-Holstein. Wie sieht es im Detail aus?

22.05.2026

Der Wohnungsbau in Schleswig-Holstein kommt nicht richtig in Schwung. (Archivbild)Marcus Brandt/dpa

Der Wohnungsbau in Schleswig-Holstein kommt nicht richtig in Schwung. (Archivbild)Marcus Brandt/dpa

© Marcus Brandt/dpa

In Schleswig-Holstein sind 2025 deutlich weniger Wohnungen gebaut worden als im Vorjahr. 8.942 fertiggestellte Wohnungen waren ein Minus von 19 Prozent, wie das Statistikamt Nord mitteilte. Damit lag das nördlichste Bundesland noch schlechter als der Bundesdurchschnitt mit minus 18 Prozent.

Bei der neu geschaffenen Wohnfläche ergab sich ein Rückgang um 17,4 Prozent. 7.895 Wohnungen entstanden in Neubauten, 1.047 Wohnungen kamen durch Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden hinzu.

Großteil der neuen Wohnungen im Geschosswohnungsbau

Der größte Teil der Wohneinheiten in Neubauten (4.976) entstand in Mehrfamilienhäusern mit drei und mehr Wohnungen. In neu gebauten Ein- und Zweifamilienhäusern entstanden weitere 2.692 Wohnungen. Außerdem zählten die Statistiker 75 neue Wohnungen in Wohnheimen und 152 Wohnungen im Neubau von Nichtwohngebäuden, etwa in Büro- und Betriebsgebäuden.

Die durchschnittliche Größe der im Neubau geschaffenen Wohnungen lag bei 90,4 m² und stieg damit gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Quadratmeter. Die meisten Wohnungen entstanden in den Kreisen Nordfriesland, Segeberg und Ostholstein.

Mehr Baugenehmigungen

Bei den Baugenehmigungen gab es 2025 eine Steigerung um 10,6 Prozent auf 10.624 Wohnungen. Ende 2025 gab es den Angaben zufolge knapp 12.000 Wohnungen, mit deren Bau bereits begonnen worden war, die aber noch nicht fertiggestellt waren. Der Neubau von knapp 14.000 Wohnungen war genehmigt, aber nicht begonnen.

Deutschlandweit wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamts 2025 rund 206.600 Wohnungen gebaut, 18,0 Prozent weniger als 2024.

Rückgang absehbar

Nach Angaben der für Wohnen zuständigen Innenministerin Magdalena Finke (CDU) war der Rückgang der Baufertigstellungen vorherzusehen und gehe auf den starken Rückgang der Baugenehmigungen und Baubeginne nach Beginn des Ukrainekrieges zurück. „Der sehr dynamische Zinsanstieg und die hohen Baukosten haben damals viele Wohnungsbauprojekte verzögert oder gänzlich zum Erliegen kommen lassen. Das wirkt sich mit Zeitverzug jetzt auf die Statistiken aus.“ Deswegen sei es wichtig, dass der Wohnungsbau aktuell wieder Fahrt aufnehme. 

Innenministerin betont Anstrengungen beim sozialen Wohnungsbau

Die Erhöhung der Landesmittel bei der sozialen Wohnraumförderung in den vergangenen Jahren hat nach Finkes Überzeugung einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Bauwirtschaft im Land geleistet. Auch 2027 sollen mehr als 400 Millionen Euro Bundes- und Landesmittel zur Schaffung von mietpreisgebundenem Wohnraum bereitgestellt werden.

Der Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen, Andreas Breitner, forderte schnellere Baugenehmigungsverfahren, mehr geeignete Grundstücke, tatsächlich verfügbare Baumaterialien, weniger Standards, effiziente öffentliche Förderung sowie mehr Grundstücksverkäufe und weniger Verpachtung.

Schlechte Nachrichten vor allem für Wohnungssuchende

„Die Zahlen sind vor allem bitter für alle diejenigen, die eine Wohnung suchen“, so Breitner. „Einmal mehr zeigt sich, dass es am Ende darauf ankommt, bezahlbare Wohnungen zu bauen, anstatt nur darüber zu diskutieren.“