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Hamburg stärkt Drohnenabwehr der Polizei

Nach dem versuchten Anschlag auf dem Flughafen Leipzig baut die Hamburger Polizei ihre Drohnenabwehr aus. Verdächtige Flugobjekte sollen mit Netzen über der Stadt eingefangen werden.

15.09.2026

Die Polizei Hamburg baut ihre Drohnenabwehr aus. (Archivbild)Marcus Golejewski/dpa

Die Polizei Hamburg baut ihre Drohnenabwehr aus. (Archivbild)Marcus Golejewski/dpa

© Marcus Golejewski/dpa

Der Hamburger Senat stärkt die Drohnenabwehr der Polizei. Es sollen drei Detektions- und Abwehrsysteme für 4,2 Millionen Euro angeschafft werden, wie die Innenbehörde mitteilte. Noch in diesem Jahr sollen die Geräte des Unternehmens Argus Interception in Dienst genommen werden. 

Das auch von der Bundeswehr eingesetzte System könne eine Drohne bekämpfen, wie sie beim versuchten Anschlag auf dem Flughafen Leipzig Anfang August verwendet wurde, erklärte eine Sprecherin der Behörde. Das System scanne den Luftraum mit verschiedenen Sensoren. 

Verdächtige Drohnen sollen mit Netz eingefangen werden

Wird eine Drohne entdeckt, könne ein Operator eine Abfangdrohne starten, die das verdächtige Flugobjekt mit einem Netz einfängt. Diese Art der Bekämpfung erlaube den Einsatz des Systems im städtischen Umfeld, insbesondere zum Schutz von kritischer Infrastruktur und von öffentlichen Veranstaltungen. 

Die 4,2 Millionen Euro stammen den Angaben zufolge aus dem Hamburger Anteil des Infrastruktursondervermögens des Bundes von insgesamt rund 60 Millionen Euro. Die Polizei arbeite derzeit mit der Hafenbehörde HPA und dem Unternehmen Rheinmetall auch an der Entwicklung einer ganzheitlichen Drohnenabwehr für den Hamburger Hafen.

Schon vor der Fußball-Europameisterschaft 2024, die teilweise in der Hansestadt ausgetragen wurde, habe die Polizei eine Drohnenabwehr aufgebaut. Sie verfüge bereits über leistungsstarke Abwehrsysteme.

Schutz gegen hybride Angriffe

Zuvor hatte das „Hamburger Abendblatt“ über das neue Abwehrprojekt berichtet. Innensenator Andy Grote (SPD) sagte der Zeitung: „Die aktuelle Lage macht nun weitere konsequente Schritte erforderlich. Mit der Anschaffung von drei modernen Drohnenabwehrsystemen bauen wir unseren Schutz gegen hybride Angriffe nun sehr schnell deutlich aus.“

Polizeipräsident Falk Schnabel erklärte: „Die Polizei Hamburg kann mit den neuen mobilen Systemen flexibel und lageangepasst auf Bedrohungen reagieren, insbesondere im Umfeld kritischer Infrastruktur und bei Großveranstaltungen.“

Auch Schleswig-Holstein baut Abwehr aus

Auch Schleswig-Holstein reagiert auf die Bedrohung durch Drohnen über kritischer Infrastruktur. Innenministerin Magdalena Finke hatte Anfang September erklärt: „Die Landespolizei Schleswig-Holstein hat über 50 neue Stellen für die Drohnenabwehreinheit sowie für die damit verbundene Ermittlungsarbeit geschaffen.“ Zudem sei mit einer Investition von sieben Millionen Euro in moderne Drohnenabwehrtechnik eine Grundlage für eine mehrstufige Abwehr geschaffen - von der frühzeitigen Detektion über die Verifizierung einer Drohne bis hin zur gezielten Intervention.