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Hamburg-Tourismus: Mehr Übernachtungen - weniger Tagesgäste

Als touristisches Ziel ist Hamburg weiter attraktiv. Im ersten Halbjahr stieg die Zahl der Übernachtungen leicht. Es gibt aber auch dunkle Wolken.

24.08.2026

Die Zahl der touristischen Übernachtungen in Hamburg ist in den ersten sechs Monaten 2026 leicht gewachsen. (Archivbild)Georg Wendt/dpa

Die Zahl der touristischen Übernachtungen in Hamburg ist in den ersten sechs Monaten 2026 leicht gewachsen. (Archivbild)Georg Wendt/dpa

© Georg Wendt/dpa

Der Tourismus in Hamburg hat im ersten Halbjahr geringfügig zugelegt. Die Zahl der Übernachtungen stieg um 0,5 Prozent auf 7,76 Millionen, wie der Geschäftsführer der Hamburg Tourismus GmbH, Michael Otremba, erklärte. Im Vergleich der deutschen Städte stehe Hamburg gut da. 

Wachstumstreiber sei der deutsche Markt. Die Zahl der Übernachtungen von Inlandsgästen stieg um 1,5 Prozent auf 6,23 Millionen, während die Zahl der Übernachtungen aus dem Ausland um 3,5 Prozent auf 1,53 Millionen sank. 

Als dunkle Wolken bezeichnete Otremba die Auswirkungen der Kriege in der Ukraine und am Persischen Golf. Die Leute gäben weniger Geld aus, buchten bei den Hotels eine niedrigere Kategorie oder verzichteten im Restaurant auf die Vorspeise. „Wenn wir nach vorne schauen, sind wir trotz der Wolken optimistisch“, sagte Otremba. 

Senatorin hofft auf Schub durch Fehrmarnbelt-Querung 

Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD) setzt mit Blick auf Besucher aus Skandinavien auf den Bau der Fehmarnbelt-Querung. Egal, wann der Tunnel eröffnet werde, der Tourismus in Hamburg werde auf jeden Fall einen Schub bekommen, sagte sie. Dänemark sei bereits der wichtigste Quellmarkt im Städtetourismus. Leonhard sieht vor allem in Schweden noch viel Potenzial für den Hamburg-Tourismus. 

Nach Angaben des Statistikamts Nord buchten Dänen im ersten Halbjahr knapp 145.000 Übernachtungen in der Hansestadt, Schweden rund 51.000. Österreicher und Schweizer stellten mit 133.000 beziehungsweise 132.000 Übernachtungen die zweit- und drittgrößte ausländische Besuchergruppe. Mit 115.000 Übernachtungen folgen die Briten. 

Das Miniatur-Wunderland gehört zu den größten Tourismus-Attraktionen Hamburgs. (Archivbild)Christian Charisius/dpa

Das Miniatur-Wunderland gehört zu den größten Tourismus-Attraktionen Hamburgs. (Archivbild)Christian Charisius/dpa

© Christian Charisius/dpa

Zahl der Tagestouristen gesunken 

Im Auftrag der Hamburg Tourismus GmbH hat das Berliner Beratungsunternehmen DIW Econ GmbH die wirtschaftlichen Effekte des Tourismus in Hamburg untersucht. Demnach betrug der touristische Gesamtkonsum im Jahr 2024 rund 10,5 Milliarden Euro. Im Vergleichsjahr 2019 waren es 9,6 Milliarden Euro. Inflationsbereinigt seien die touristischen Ausgaben in Hamburg jedoch gesunken, erklärt das Institut in seiner Studie „Tourismus-Satellitenkonto“. Zum touristischen Gesamtkonsum tragen sogenannte Binnentouristen rund ein Viertel bei. Damit sind Hamburger gemeint, die in ihrer eigenen Stadt ausgehen oder etwas unternehmen. 

Im Vergleich zu 2019 seien weniger Tagestouristen gekommen. Die Zahl der Tagesreisen sank von 105 auf 95 Millionen, was einen Rückgang um 9,5 Prozent bedeutet. Die Autoren erklärten die Entwicklung an einem Beispiel: Eine Familie aus Schleswig-Holstein, die 2019 noch für einen Tagesausflug nach Hamburg gefahren wäre, überlegt sich das im Jahr 2024 angesichts gestiegener Preise für Benzin, Parken und Restaurantbesuch zweimal - und bleibt möglicherweise zu Hause. Wer dennoch einen Ausflug an die Elbe mache, gehe seltener essen und kaufe weniger ein. Die Preise in Deutschland seien in den fünf Jahren um rund 20 Prozent gestiegen, hieß es. 

Die Tourismusbranche beschäftigte 2024 direkt und indirekt knapp 85.000 Erwerbstätige. 2019 waren es noch fast rund 94.000 gewesen, ein Rückgang um rund 9,5 Prozent. Das bedeute aber nicht, dass die Arbeitsplätze direkt weggefallen seien, erklären die Autoren. Der Rückgang spiegele zunächst nur den kleineren Anteil wider, der dem Tourismus bei der Beschäftigung zugerechnet werde. 

Der Eintritt von fünf Euro für die Elbphilharmonie-Plaza wird nach Einschätzung der Hamburg Tourismus GmbH keinen negativen Einfluss auf die Besucherzahl haben. (Archivbild)Rabea Gruber/dpa

Der Eintritt von fünf Euro für die Elbphilharmonie-Plaza wird nach Einschätzung der Hamburg Tourismus GmbH keinen negativen Einfluss auf die Besucherzahl haben. (Archivbild)Rabea Gruber/dpa

© Rabea Gruber/dpa

Fünf Euro Eintritt für Plaza „völlig normal“ 

Otremba wies auf die hohe Attraktivität Hamburgs hin. Das Miniatur-Wunderland und die Musical-Theater lockten viele Besucher in die Stadt. Die Elbphilharmonie feiere im Januar 2027 ihr zehnjähriges Bestehen. Dass das ab Oktober erhobene Eintrittsgeld für die Aussichtsplattform Plaza erhobene Eintrittsgeld von fünf Euro dem Tourismus schadet, glaubt Otremba nicht: „Der Michel kostet Eintritt, der Dom in Köln kostet Eintritt - ich glaube, das ist vollkommen normal, und das wird auch in unseren Augen keinen negativen Effekt haben.“ In der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis müssen Besucher allerdings nur für die Besteigung des Turms und die Besichtigung der Krypta zahlen.

Von der Fertigstellung der Fehmarnbelt-Querung erhofft sich Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard einen Schub für den Hambug-Tourismus. (Archivbild)--/Femern A/S/dpa

Von der Fertigstellung der Fehmarnbelt-Querung erhofft sich Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard einen Schub für den Hambug-Tourismus. (Archivbild)--/Femern A/S/dpa

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