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Haftstrafen wegen Führerscheinbetrugs

Fünf Männer haben Doppelgänger bezahlt und in die theoretische Fahrprüfung geschickt. Nun müssen sie ins Gefängnis.

19.05.2026

Die Staatsanwaltschaft hatte Freiheitsstrafen zwischen drei und fünfeinhalb Jahren gefordert. (Archivbil)Katharina Kausche/dpa

Die Staatsanwaltschaft hatte Freiheitsstrafen zwischen drei und fünfeinhalb Jahren gefordert. (Archivbil)Katharina Kausche/dpa

© Katharina Kausche/dpa

Fünf Männer sind wegen organisierten Führerscheinbetrugs zu Haftstrafen verurteilt worden. Das Landgericht Heilbronn verurteilte sie zu Freiheitsstrafen zwischen zwei Jahren und neun Monaten sowie vier Jahren und drei Monaten. Die Angeklagten, darunter die Inhaber zweier Fahrschulen aus dem Raum Heilbronn und Göppingen, haben dem Gericht zufolge jahrelang Stellvertreter vermittelt, die gegen Bezahlung theoretische Führerscheinprüfungen für andere ablegten. Die Männer seien geständig gewesen, was zu einem milderen Urteil geführt hat, so das Gericht.

Für die Interessenten wurden der Anklage zufolge möglichst ähnlich aussehende Doppelgänger gesucht. Diese sollen sich mit den Ausweisdokumenten der eigentlichen Prüflinge ausgewiesen und an deren Stelle die theoretischen Prüfungen abgelegt haben. Die Prüflinge sollen für den Betrug meist rund 2.000 Euro bezahlt haben, in einzelnen Fällen laut Anklage aber deutlich mehr. Insgesamt soll die Gruppe mehr als 179.000 Euro eingenommen und untereinander aufgeteilt haben.

Insgesamt waren 59 Fälle zwischen Ende 2022 und Sommer 2025 angeklagt, vor allem in Baden-Württemberg, teilweise auch in Bayern. Die Staatsanwaltschaft hatte Freiheitsstrafen zwischen drei und fünfeinhalb Jahren gefordert. Die Verteidigung hatte deutlich niedrigere Strafen gefordert. Der Fall gilt als einer der größten bislang bekanntgewordenen Prozesse um organisierte Führerscheinkriminalität in Baden-Württemberg.