Polzin zur Glatzel-Kritik: „Legitim, unzufrieden zu sein“
Nach den kritischen Worten von Robert Glatzel bleibt Merlin Polzin gelassen. Der HSV-Trainer nennt die Unzufriedenheit des Mittelstürmers „völlig legitim“, kritisiert aber den gewählten Weg.
HSV-Trainer Merlin Polzin äußerte sich zur Kritik von Robert Glatzel.Andreas Gora/dpa
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HSV-Trainer Merlin Polzin hat seinen unzufriedenen Stürmer Robert Glatzel für sein Vorgehen angezählt. Es sei unglücklich gewesen, sich am Verein vorbei in einer Zeitung zu äußern, sagte der Coach über die Glatzel-Kritik an seiner Person. „Wir haben noch einmal besprochen, dass das aus meiner Sicht nicht der richtige Weg ist, sich unabgesprochen auf diese Art und Weise zu äußern. Ich glaube, das hat er auch eingesehen.“ Insgesamt aber sei es ein „offenes und klärendes“ Gespräch gewesen.
Dem Mittelstürmer drohen aber keine gravierenden Konsequenzen. Der Kader für das Auswärtsspiel am Samstag (18.30 Uhr/Sky) beim Tabellen-Zweiten Borussia Dortmund stehe bislang zwar nicht fest, betonte Polzin: „Aber es war jetzt nicht so, dass wir zusammensaßen und ich ihn jetzt für die nächsten Wochen irgendwie verbannt habe oder ihm sofort gesagt habe, jetzt darfst du die nächsten acht Spiele von Anfang an spielen.“
Der 32-jährige Glatzel hatte seine Situation in einem Interview der „Hamburger Morgenpost“ als „maximal frustrierend“ bezeichnet. Obwohl er seit Januar wieder fit ist, spielte der zu den Hamburger Aufstiegshelden gehörende Mittelstürmer in den vergangenen vier Spielen zur Irritation vieler Beobachter und Fans überhaupt keine Rolle und saß auf der Bank. Insgesamt kommt er in der laufenden Serie auf lediglich 16 Pflichtspielensätze.
„Dass ich jetzt gar nicht mehr gespielt habe, ist für mich allerdings nicht verständlich. Ich bin zuletzt proaktiv nach dem Leverkusen-Spiel auf den Trainer zugegangen und habe um eine Erklärung gebeten“, hatte Glatzel der Zeitung gesagt: „Er hat mir seine Gründe genannt. Darüber möchte ich in der Öffentlichkeit gar nicht sprechen.“
„Jeder ist eingeladen, sich einzubringen“
„Jeder ist herzlich eingeladen, sich einzubringen und gute Leistungen zu zeigen“, sagte Polzin bei der Pressekonferenz vor dem 27. Spieltag und ergänzte: „Es ist völlig legitim, unzufrieden zu sein.“
Gegen die Borussia werden dem HSV die verletzten Yussuf Poulsen, Bakery Jatta, Alexander Røssing-Lelesiit und Nicolas Capaldo fehlen. In der Hinrunde hatte der aktuell elftplatzierte Aufsteiger eines der ganz großen Highlights. In der siebten Minute der Nachspielzeit erzielte Ransford-Yeboah Königsdörffer im Volksparkstadion den Treffer zum umjubelten 1:1. „Das war definitiv ein Moment, den wir uns in einem Bilderrahmen aufhängen würden, weil er so besonders war“, sagte Polzin.
Dortmund-Spiel eine „brutale Herausforderung“
Aktuell sei es gegen die Dortmund eine schwierige Aufgabe. Schwarz-Gelb hat in der laufenden Spielzeit mit 58 Zählern „schon mehr Punkte gesammelt als in der vergangene Saison“, so Polzin über die Mannschaft des früheren HSV-Spielers Niko Kovac.
Es werde „eine brutale Herausforderung“, aber auf die Stimmung und die Atmosphäre im Signal-Iduna-Park würde er sich extrem freuen: „Auch wenn es verdammt herausfordernd wird, wollen wir versuchen, dass vielleicht die Stimmung zum Ende dann im Gästeblock ein bisschen besser ist als auf der Heimseite. Auch wenn wir wissen, dass wir dafür sehr viel brauchen, um das umsetzen zu können.“
Robert Glatzel hatte seine Einsatzzeiten kritisiert.Christian Charisius/dpa
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