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Gute Spargel-Ernte erwartet – Dieselpreise belasten Betriebe

Mit dem offiziellen Start der Spargelsaison bei reichlich Sonnenschein hoffen die Landwirte rund um Beelitz auf eine gute Ernte. Doch steigende Dieselpreise und Import-Spargel belasten die Betriebe.

02.04.2026

Die Spargelzeit hat in Brandenburg begonnen. Zu Ostern wird das Edelgemüse vom Feld geholt. Jens Kalaene/dpa

Die Spargelzeit hat in Brandenburg begonnen. Zu Ostern wird das Edelgemüse vom Feld geholt. Jens Kalaene/dpa

© Jens Kalaene/dpa

Für die gerade begonnene Spargelsaison erwarten die Betriebe in Brandenburgs größtem Anbaubaugebiet rund um Beelitz eine gute Ernte. Sie klagen jedoch auch über Mehrbelastungen durch die seit Beginn des Iran-Krieges gestiegenen Dieselpreise.

In Beelitz feierten die Spargelbauern rechtzeitig zum Osterfest und bei Sonnenschein die offizielle Saisoneröffnung. Die ersten Stangen des Edelgemüses sind frisch vom Feld geholt.

„Wir werden eine gute Ernte einfahren“, sagte der Vorsitzende des Beelitzer Spargelvereins, Jürgen Jakobs, in Beelitz-Schäpe. „Wir sehen ein großes Interesse der Kundschaft.“

Iran-Krieg als Kostentreiber

Agrarministerin Hanka Mittelstädt (SPD) sagte, es sei wichtig, auf regionale Produkte zu setzen. Eine Kaufzurückhaltung liege eher nicht daran, dass Verbraucher den Beelitzer Spargel nicht essen wollten. „Die Kaufzurückhaltung liegt daran, dass eben andere geopolitische Energiekostentreiber hier leider Gottes zu Buche schlagen“, so die Ministerin.

Spargel-Preise liegen bei 15 bis 18 Euro je Kilo

Zum Start der Saison kostet das Kilo Spargel laut Jakobs 15 bis 18 Euro. Wenn später mehr Spargel-Angebot verfügbar ist, sinke der Preis. „Wir werden uns wieder bei 10 bis 12 Euro einpendeln“, sagte Jakobs.

Die Marktmacht der Discounter, die den Spargel verkaufen, sei sehr groß. „Die drücken uns schon im Preis, wo es geht.“ Zugleich wächst der Kostendruck etwa durch die höheren Dieselpreise.

„Wir als Bauern haben schon ein bisschen die Sorge, dass wir die Kosten, die wir halt haben, schwer umgelegt bekommen.“ Allein für den Beelitzer Spargelhof Jakobs mache die Dieselpreis-Steigerung „alle 10 Tage 5.000 Euro Mehrkosten“ aus, so der Vorsitzende des Spargelvereins.

Mindestlohn dieses Jahr um mehr als einen Euro gestiegen

Zudem steigen die Personalausgaben aufgrund des höheren Mindestlohns. Ohne ausländische Saisonarbeitskräfte ist der durch viel Handarbeit geprägte Spargelanbau in Deutschland nicht möglich. Der gesetzliche Mindestlohn war zu Jahresbeginn von 12,82 Euro auf 13,90 Euro pro Stunde angehoben worden und steigt bis 2027 auf 14,60 Euro.

Die Spargel-Anbaufläche insgesamt ist gesunken. In Brandenburg wurden 2025 fast 19.000 Tonnen Spargel geerntet. Konkurrenz macht den heimischen Betrieben Import-Spargel, der meist zu einem niedrigen Preis angeboten wird. Er kam 2025 vor allem aus Spanien, Mexiko und Griechenland in den Handel.