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Günther zu Koalitionen: „Bin ja auch für Überraschungen gut“

„Manchmal bin ich ja auch für Überraschungen gut“, sagt Daniel Günther zur Koalitionsfrage. Welche Ziele er für Schleswig-Holstein betont.

01.07.2026

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) setzt darauf, sich seinen Koalitionspartner nach der Landtagswahl aussuchen zu können. (Archivbild)Marcus Brandt/dpa

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) setzt darauf, sich seinen Koalitionspartner nach der Landtagswahl aussuchen zu können. (Archivbild)Marcus Brandt/dpa

© Marcus Brandt/dpa

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hält sich alle Koalitionsoptionen nach der Landtagswahl im April offen. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir uns den Partner wie beim letzten Mal aussuchen können. Das muss das Ziel sein“, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. „Und manchmal bin ich ja auch für Überraschungen gut, wie bei der letzten Landtagswahl. Damals habe ich mich ja dafür entschieden, mit drei Parteien weiterarbeiten zu wollen, weil das ein erfolgreiches Bündnis war.“

Er habe jedoch zur Kenntnis nehmen müssen, dass beide Koalitionspartner dies nicht wollten, sagte Günther. Bei der Landtagswahl 2022 erreichte die Union 43,4 Prozent und verfehlte damit nur um ein Mandat die Mehrheit der Sitze im Parlament. Dennoch wollte Günther seine damalige Koalition mit Grünen und FDP fortsetzen. Letztlich kam es zu Schwarz-Grün.

Für Günther bleibt Schwarz-Grün aber ein Erfolgsmodell: „Ich mache keinen Hehl daraus, dass die Zusammenarbeit mit den Grünen in der Regierung ausgesprochen gut ist. Wir werden in dieser Koalition bis zum Schluss vertrauensvoll und erfolgreich für die Menschen zusammenarbeiten.“

Bei der Landtagswahl kämpfe aber natürlich jeder Koalitionspartner für sich, sagte Günther. „Monika Heinold wollte mich als Ministerpräsident ablösen. Heute will es Aminata Touré.“ Die frühere Finanzministerin Heinold war 2022 Grünen-Spitzenkandidatin, im Juni nominierte ein Grünen-Parteitag Sozialministerin Touré als Spitzenkandidatin. „Das ist das normale Geschäft, ich möchte natürlich weitermachen. Aber jeder kämpft für sich“, sagte Günther. 

Landesentwicklung

Das Land sieht der Regierungschef auf einem guten Weg und verweist auf Energiewende, Sicherheitspolitik und digitale Souveränität. Die Verwaltung wird schrittweise auf Open-Source-Lösungen umgestellt. So begann das nördlichste Bundesland bereits 2024 mit der Einführung von LibreOffice als Standard-Bürosoftware, und Anfang Oktober 2025 wurde das Mailsystem der Landesverwaltung vollständig umgestellt. Bei Open-Source-Lösungen ist der Quellcode öffentlich und kann den individuellen Bedürfnissen angepasst werden.

„Wir wollen unser Land sicherer machen, wir wollen es unabhängiger machen und wir wollen wirtschaftlich erfolgreich sein“, sagte Günther. Der Fokus der Landesregierung liege daher unter anderem auf einer Stärkung der Polizei und der Erlangung digitaler Souveränität. „Die ganze Welt beneidet uns darum, wie weit wir bei diesem Ziel sind. Bei der Energie-Souveränität ist Schleswig-Holstein weit unabhängiger von internationalen Krisen als jedes andere Land. Das stärkt nicht nur unsere Versorgungssicherheit, sondern macht unser Land auch als Wirtschaftsstandort attraktiv.“

Wahlkampf

„Die Grünen haben sich zum ersten Mal dafür entschieden, mit nur einer Spitzenkandidatin anzutreten. Sie steht sehr stark für Themen wie Antidiskriminierung und Antirassismus“, sagte Günther. „Viele hätten erwartet, dass die Grünen mit einer Doppelspitze stärker auch die Themen Umwelt und Klimaschutz betonen. Das gibt uns als CDU die Möglichkeit, uns in diesem Wahlkampf positiv zu den Themen Schutz von Klima und Umwelt und Bewahrung der Schöpfung zu positionieren. Einer unserer Schwerpunkte ist, dass wir auch weiterhin Ökologie und Ökonomie mit einem stärker freiheitlichen Ansatz zusammenbringen wollen.“