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Günther: Seehäfen als Modellregionen für Drohnenabwehr

Drohnen über der Ostsee sorgen für Alarm: Warum Ministerpräsident Günther Seehäfen zum Testfeld für innovative Abwehrsysteme machen will.

28.08.2026

Auch Ministerpräsident Günther (CDU) sprach bei der Konferenz.Christian Charisius/dpa

Auch Ministerpräsident Günther (CDU) sprach bei der Konferenz.Christian Charisius/dpa

© Christian Charisius/dpa

Die Seehäfen sollten nach Vorstellung von Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU) zu Modellregionen der Drohnenabwehr gemacht werden. Schleswig-Holstein sei bereit, bei der Drohnenabwehr voranzugehen, sagte er bei einer Konferenz der Innenminister der Ostseeanrainerstaaten mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) in Flensburg.

Günther sieht verschärfte Lage

Die Konferenz sei genau die richtige Antwort auf die veränderte Bedrohungslage, sagte der Ministerpräsident. „Dieser Gipfel sendet eine klare Botschaft: Wir reagieren, wir stimmen uns ab – und wir handeln gemeinsam.“ Die Drohnenvorfälle der vergangenen Monate in mehreren Ostsee-Anrainerstaaten und der versuchte Anschlag am Flughafen Leipzig/Halle zeigten, wie sehr sich die Lage verschärft habe. „Der Luftraum über der Ostsee ist Teil der hybriden Auseinandersetzung geworden.“

Schlüsselrolle für Häfen

Eine Schlüsselrolle sieht Günther in den Häfen. Dort träfen zivile und militärische Logistik, Energieversorgung, Industrie und Datenverbindungen auf engem Raum zusammen. Deshalb seien sie ideale Reallabore für neue Drohnentechnik und ihre Abwehr – in der Luft, auf dem Wasser und unter Wasser. Sicherheitsbehörden, Bundeswehr, Betreiber, Forschung und Unternehmen könnten dort gemeinsam erproben, was unter realistischen Bedingungen funktioniere.

Der SPD-Landesvorsitzende und Spitzenkandidat für die Landtagswahl im kommenden April, Ulf Kämpfer, nannte es entscheidend, dass aus den Vereinbarungen schnell praktische Konsequenzen folgen. Verdächtige Drohnen müssten schneller erkannt und abgewehrt, Informationen verlässlich ausgetauscht und Zuständigkeiten für den Ernstfall eindeutig geklärt werden. „Wenn eine konkrete Bedrohung besteht, darf keine Zeit durch unklare Verantwortlichkeiten verloren gehen“, sagte Kämpfer.