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Grüne zu Debatte um Ehemann: Menschen können sich verändern

Wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wird die Vergangenheit des Ehemanns der Grünen-Spitzenkandidatin erneut Thema. Was Susan Sziborra-Seidlitz dazu sagt und wie sie reagieren will.

31.08.2026

„Es lassen sich auch Rechtsextreme für die Demokratie zurückgewinnen, weil die Demokratie das überzeugendere Argument ist“, sagt Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz.Matthias Bein/dpa

„Es lassen sich auch Rechtsextreme für die Demokratie zurückgewinnen, weil die Demokratie das überzeugendere Argument ist“, sagt Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz.Matthias Bein/dpa

© Matthias Bein/dpa

Die sachsen-anhaltische Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz hat angesichts der erneut aufgekommenen Debatte über die Rechtsextremismus-Vergangenheit ihres Ehemannes betont, dass Menschen für die Demokratie zurückgewonnen werden können. Menschen könnten sich verändern, sagte Sziborra-Seidlitz bei einer Wahlkampfveranstaltung in Wernigerode. „Wir müssen daran glauben, dass Menschen für die Demokratie zurückzugewinnen sind. Wir müssen daran glauben, dass nicht 40 Prozent der Menschen in unserem Land Rechtsextreme sind, nur weil 40 Prozent der Menschen in unserem Land Rechtsextreme wählen.“

Mehrere Medien hatten zuvor darüber berichtet, dass der Ehemann von Sziborra-Seidlitz in den 90er Jahren Teil der rechtsextremen Szene im Harz gewesen sein soll. Das Thema ist allerdings nicht neu, es spielte bereits im Mai 2022 in einer Debatte im Landtag von Sachsen-Anhalt eine Rolle.

„Er war Teil der rechtsextremen Szene“

Die Grünen-Politikerin sprach in Bezug auf die AfD „und ihr Vorfeld“ von einer „stümperhaften Schmutzkampagne“. Sziborra-Seidlitz bestätigte, dass ihr Ehemann in den 90er Jahren mit Rechtsextremen „rumgehangen“ habe. „Ich will das nicht kleinreden, er war Teil der rechtsextremen Szene in Quedlinburg. Aber das ist 30 Jahre her.“ Heute sei er Demokrat und Antifaschist. Der Ehemann von Sziborra-Seidlitz wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern.

Susan Sziborra-Seidlitz betonte bei dem Termin in Wernigerode am Sonntag, vielleicht sei es ein gutes Timing, dass das jetzt noch einmal Thema sei. Es gebe ihr die Gelegenheit, darüber zu sprechen, was nach der Landtagswahl am 6. September los sei. „Es lassen sich auch Rechtsextreme für die Demokratie zurückgewinnen, weil die Demokratie das überzeugendere Argument ist“, so Sziborra-Seidlitz, die auch Co-Landeschefin der Grünen in Sachsen-Anhalt ist.

Wahlkampfmanöver aus Umfeld der AfD?

In Sachsen-Anhalt wird am Sonntag ein neuer Landtag gewählt. Die AfD liegt in den Umfragen um 40 Prozent, die Grünen bei rund sechs Prozent. Sollten die Grünen den Einzug ins Parlament schaffen, wird eine Alleinregierung, wie sie die AfD anstrebt, unwahrscheinlicher.

Die Bundesvorsitzende der Grünen, Franziska Brantner, betonte: „Was da jetzt berichtet wird, ist ja überhaupt nichts Neues.“ Sie wertete die Thematisierung als Beleg für Nervosität bei der AfD. „Für uns ist es eher ein Zeichen, dass die AfD merkt: „Ach du grüne Neune, die Grünen könnten wirklich zwischen uns und der Alleinregierung stehen““ und deswegen „das jetzt auch noch mal gezielt als Kampagne“ setze. Man verstehe das als Ansporn, eine AfD-Alleinregierung zu verhindern. 

Ein Sprecher der sachsen-anhaltischen Grünen äußerte sich ähnlich. „Dass diese seit Jahren bekannte Geschichte wenige Tage vor der Wahl neu aufgewärmt wird, ist ein durchsichtiges Wahlkampfmanöver aus dem rechtsextremen Umfeld der AfD“, sagte er am Montag auf Anfrage. „Es zeigt vor allem die Nervosität angesichts der absehbaren Verfehlung der Wahlziele der AfD.“