Grüne Liga klagt gegen Bebauungsplan für Werk von Red Bull
Red Bull und Rauch wollen ihre Produktion in Brandenburg ausbauen, Red Bull plant ein neues Dosen-Werk. Das stößt bei Umweltschützern wegen des Wassers auf Bedenken. Sie gehen vor Gericht.
Die Pläne für den Ausbau der Getränkeproduktion der Firmen Rauch und Red Bull in Baruth/Mark stoßen auf Kritik. (Archivbild)Patrick Pleul/dpa
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Der Umweltverband Grüne Liga Brandenburg klagt nach eigenen Angaben gegen den Bebauungsplan für den Ausbau der Getränke-Produktion der Firmen Rauch und Red Bull in Baruth/Mark. Beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg sei ein Normenkontrollantrag eingereicht worden, teilte Geschäftsführer Michael Ganschow mit. Zugleich habe die Grüne Liga beantragt, dass der Bebauungsplan der Stadt südlich von Berlin vorläufig außer Vollzug gesetzt werde.
Die österreichischen Unternehmen Red Bull und Rauch wollen in Baruth/Mark im Landkreis Teltow-Fläming ihre Produktion ausbauen und ein eigenes Dosen-Werk errichten. Sie hatten den Getränkeabfüller Urstromquelle gekauft. Umweltschützer befürchten eine zunehmende Wasserknappheit.
Umweltverband fürchtet Folgen für Trinkwasser
Die Grüne Liga Brandenburg verweist darauf, dass Red Bull und Rauch als neue Eigentümer auf eine Wasserentnahme von rund 2,5 Millionen Kubikmetern pro Jahr zurückgreifen könnten, die für die Belieferung der Urstromquelle genehmigt war. Sie warnt davor, dass das für die Herstellung von Mineralwasser genehmigte Trinkwasser nicht nur zur Produktion der Getränke, sondern auch von Dosen verwendet werden könnte.
„Das Wasserdargebot sollte von der Kommune schon bei der Bauleitplanung berücksichtigt werden“, sagte der Vorsitzende der Grünen Liga, Heinz-Herwig Mascher. „Es muss noch genug für die Bevölkerung da bleiben.“ Das müsse untersucht werden. Für die Produktion von Dosen wäre Trinkwasser „viel zu schade“, sagte er. Sein Verein sieht im Bebauungsplan zudem Defizite unter anderem beim Artenschutz und bei geplanten Ausgleichsmaßnahmen.
Red Bull und Rauch: Kein zusätzlicher Verbrauch
Die Unternehmen verweisen darauf, dass nicht mehr Wasser verbraucht werden soll als bei der Urstromquelle. Das Bundesumweltministerium hatte im vergangenen Jahr erklärt, der Wasserverbrauch beim geplanten Ausbau werde vom Land genau geprüft. Die Zahl der Mitarbeiter soll nach bisherigen Plänen im Zuge des Ausbaus von 240 auf rund 600 steigen.
Auch beim Werk von Elektroautobauer Tesla in Grünheide ist das Wasser stets ein Kritikpunkt von Umweltschützern. Tesla darf dem eigenen Umweltbericht von 2024 zufolge bis zu 1,8 Millionen Kubikmeter Wasser im Jahr entnehmen.