dpa

Grüne: Herkunftssprache als Fremdsprache anerkennen

Das würde unter anderem Kinder aus Familien mit Migrationsgeschichte helfen, betont Katrin Eder. Somit könne die Maßnahmen auch zu etwas mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem führen.

19.10.2026

Wenn jemand Englisch könne und zudem Arabisch oder Ukrainisch als Muttersprache habe, sei das eine Qualität, die man honorieren und wertschätzen solle, sagt Eder. Jennifer Brückner/dpa

Wenn jemand Englisch könne und zudem Arabisch oder Ukrainisch als Muttersprache habe, sei das eine Qualität, die man honorieren und wertschätzen solle, sagt Eder. Jennifer Brückner/dpa

© Jennifer Brückner/dpa

Die rheinland-pfälzische Grünen-Fraktion will mit einer Änderung bei der Anerkennung von Fremdsprachen das Bildungssystem ein Stück weit durchlässiger machen. Sie spricht sich dafür aus, dass zweisprachig aufwachsende Kinder ihre Herkunftssprache als zweite Fremdsprache anerkannt bekommen, wie Fraktionschefin Katrin Eder der Deutschen Presse-Agentur in Mainz sagte. 

Eine fehlende zweite Fremdsprache kann zum Hindernis beim Wechsel etwa von einer Realschule auf ein Gymnasium oder an einer Gesamtschule beim Sprung in die gymnasiale Oberstufe sein. 

Faktor soziale Herkunft zumindest etwas aufbrechen

„Für Kinder aus Familien mit Migrationsgeschichte geht der Weg eher mal in die Realschule oder in die Gesamtschule und weniger häufig ins Gymnasium“, sagte Eder. „Wenn man dann sagen würde: Wenn diese Schülerinnen und Schüler danach Abitur machen wollen, bekommen sie ihre Muttersprache als zweite Fremdsprache angerechnet, könnte das auch die Durchlässigkeit im Bildungssystem erhöhen.“

Die Pisa-Studie habe gezeigt, dass in keinem anderen Land der Bildungserfolg so sehr vom Einkommen und vom sozialen Status abhängt wie in Deutschland. „Das betrifft natürlich auch viele Familien und Jugendliche mit Migrationsgeschichte“, betonte Eder. Wenn jemand Englisch könne und zudem Arabisch oder Ukrainisch als Muttersprache habe, sei das auch eine Qualität, die man honorieren und wertschätzen solle, sagte die Grünen-Fraktionschefin.

Das könne die Bedeutung der sozialen Herkunft auf dem Weg zum Abitur zumindest etwas aufbrechen. „Wir werden das Bildungsministerium sehr stark ermutigen, diesen Weg zu gehen.“