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Großregion will bei Bränden enger kooperieren

Saarland, Rheinland-Pfalz, Luxemburg und die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens wollen ihre Zusammenarbeit intensivieren. Frankreich prüft eine Beteiligung.

23.10.2026

Die Einsätze dieses Sommers haben laut Minister Jost gezeigt, wie wichtig enge grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist. (Archivbild)Oliver Dietze/dpa

Die Einsätze dieses Sommers haben laut Minister Jost gezeigt, wie wichtig enge grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist. (Archivbild)Oliver Dietze/dpa

© Oliver Dietze/dpa

Wenn Wälder und Vegetation brennen, soll Hilfe künftig schneller über Grenzen hinweg organisiert werden. Das Saarland, Rheinland-Pfalz, Luxemburg und die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens wollen ihre Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Vegetationsbränden vertiefen. Dazu unterzeichnen sie bei „Otzenhausener Gesprächen“ eine Absichtserklärung, wie das Saar-Innenministerium mitteilte. Frankreich prüft einen Beitritt.

Lehren aus den Bränden

Die Vereinbarung zieht Konsequenzen aus den Einsätzen dieses Sommers. Saarländische und rheinland-pfälzische Kräfte hatten sich unterstützt, Luxemburg stellte Spezialgerät für einen Brand in Illingen. Auch beim Großbrand im Hohen Venn war die grenzüberschreitende Abstimmung wichtig. Die Erfahrungen sollen in dauerhafte Strukturen münden.

Spezialgerät gemeinsam nutzen

Geplant sind demnach eine gemeinsame Übersicht über Spezialressourcen, abgestimmte Verfahren für deren grenzüberschreitenden Einsatz sowie gemeinsame Übungen und Trainings. Außerdem soll eine spezialisierte gemeinsame Einsatzgruppe entwickelt werden. Auch abgestimmte Beschaffungen von Ausrüstung sind vorgesehen. „Im Ernstfall müssen wir schnell, abgestimmt und mit den bestmöglichen Ressourcen handeln können“, betonte Saar-Innenminister Reinhold Jost (SPD).

Frankreich prüft Beteiligung

Der rheinland-pfälzische Innenminister Achim Schwickert (CDU) erinnerte daran, dass Brände nicht an den Landesgrenzen haltmachen. „Deshalb darf auch unsere Zusammenarbeit dort nicht enden.“ Luxemburgs Innenminister Léon Gloden betonte: „Wir sind keine Grenzregion, wir sind die Großregion.“ Die Sicherheit der Bürger kenne keine Grenzen.

Der luxemburgische Feuerwehr- und Rettungsdienst CGDIS hatte in diesem Sommer einen Löschroboter und Einsatzkräfte nach Illingen geschickt. Der Vertreter der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, Gregor Freches, verwies auf den Brand im Hohen Venn mit mehr als 3.000 Hektar.

Frankreich unterstütze das Ziel einer engeren Zusammenarbeit, erklärte der Präfekt des Départements Moselle, Pascal Bolot. Vor einem Beitritt seien jedoch rechtliche Vorbereitungen nötig.

Hilfe im Feuerwehreinsatz

Eine weitere Absichtserklärung zwischen dem Saarland und Luxemburg soll die gegenseitige Hilfe bei Feuerwehreinsätzen im Alltag erleichtern. Dafür sollen rechtliche Fragen etwa zu Haftung, Kosten, Alarmierung geklärt werden.