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Großrazzia nach Schüssen vor Spätkauf Spandau

Im Dezember schoss eine Gruppe Männer vor einem Spätkauf auf einen Mann. Nun ging die Polizei mit einem Großaufgebot gegen mehrere Verdächtige vor, auch das SEK war im Einsatz.

22.01.2026

Über 300 Polizisten waren an den Durchsuchungen beteiligt. (Symbolbild)Jens Kalaene/dpa

Über 300 Polizisten waren an den Durchsuchungen beteiligt. (Symbolbild)Jens Kalaene/dpa

© Jens Kalaene/dpa

Nach den Schüssen vor einem Spätkauf in Berlin-Spandau ist die Polizei mit einem Großaufgebot gegen die mutmaßlichen Beteiligten vorgegangen. Über 300 Polizisten durchsuchten am Mittwoch Wohnungen in mehreren Stadtteilen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Im Verdacht standen demnach sieben Männer im Alter von 21 bis 28 Jahren, die bei dem Angriff am 11. Dezember beteiligt gewesen sein sollen. Gegen sie wird wegen versuchten Totschlags ermittelt.

Beschuldigte wurden mit Hilfe von Gesichtserkennung ermittelt

Die Beschuldigten konnten durch den Einsatz von Gesichtserkennungssoftware sowie der Auswertung von Videomaterial identifiziert werden. Bis auf einen 21-Jährigen wurden den Angaben zufolge alle Beschuldigten angetroffen und vorläufig festgenommen.

In der Wohnung eines 24-Jährigen sowie bei einem 27-jährigen Beschuldigten fand die Polizei Kokain, Ketamin und Haschisch in nicht geringen Mengen. In weiteren Wohnungen wurde mutmaßliche Tatkleidung, Schreckschusspistolen, Waffenteile und scharfe Munition gefunden und sichergestellt. An dem Einsatz waren auch Kräfte des Spezialeinsatzkommandos beteiligt.

Der 24-Jährige war mit Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung gesucht worden. Er wurde gegen Meldeauflagen vom Vollzug der Untersuchungshaft verschont. Auch die anderen kamen wieder auf freien Fuß.

Was geschah am 11. Dezember?

Ein 31-Jähriger war im Dezember vor einem Spätkauf in der Gartenfelder Straße angeschossen und schwer verletzt worden. Mehrere Männer schossen mehrfach auf den Mann und flohen danach mit Autos. 

Etwas später stießen Polizisten bei der Fahndung auf einen Wagen, in dem drei Männer im Alter von 25, 34 und 39 Jahren saßen. Sie wurden vorläufig festgenommen. Das Auto wurde zur Spurensuche sichergestellt. Inwiefern die drei im Dezember Festgenommenen an der Tat beteiligt waren, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.