Nach tödlichem Unfall: „Der beste Bürgermeister der Welt“
Menschen in Gerabronn beschreiben den tödlich verunglückten Bürgermeister als geliebt und geschätzt - als „Menschenfreund“. Der Ort trauert. Die Polizei sucht weiter nach der Unfallursache.
Vor dem Rathaus haben viele Menschen Kerzen und Blumen abgelegt.Marius Bulling/dpa
© Marius Bulling/dpa
Trauerbeflaggung, Kerzen und Blumen vor dem Rathaus: Nach dem tödlichen Unfall des Gerabronner Bürgermeisters Christian Mauch zeigen sich Mitglieder der Stadtgemeinde geschockt. „Wir sind alle tief erschüttert“, sagt die erste stellvertretende Bürgermeisterin von Gerabronn, Heidegret Mayer. „Wir sind alle hier wie im Film, im schlechten Film.“ Der katholische Pfarrer Bernhard Fetzer sagt über den 40-Jährigen: „Er war immer ansprechbar, freundlich, den Menschen zugewandt“
Mauch war in der Nacht zum Mittwoch laut Polizei mit dem Auto von einer Kreisstraße bei Gerabronn abgekommen, gegen einen Baum geprallt und 35 Meter einen Abhang heruntergerutscht. Er wurde demnach in seinem Auto eingeklemmt und starb noch an der Unfallstelle. Laut Mayer war der parteilose Bürgermeister auf dem Rückweg von einem dienstlichen Termin gewesen, dem Pferdemarkt und Faschingsfeierlichkeiten im Ort.
„Er war ein großartiger Mensch“, sagt Mayer über ihren ehemaligen Chef. „Er war ein Menschenfreund, fachlich hochkompetent. Jedem hat er zugehört und geschaut, was er tun kann bei dem Anliegen.“ Vor dem Rathaus haben viele Menschen Blumen und Kerzen abgelegt. Am Rathaus der 4.500-Einwohner-Stadt gibt es Trauerbeflaggung.
Christian Mauch (parteilos) war seit 2017 Bürgermeister der 4.500-Einwohner-Stadt im Landkreis Schwäbisch Hall.-/Stadt Gerabronn/dpa
© -/Stadt Gerabronn/dpa
Sie habe oft in Gesprächen gesagt: „Wir haben den besten Bürgermeister der Welt.“ Er habe auch die Interessen der Bürgerinnen und Bürgern in Gremien außerhalb der Stadt engagiert vertreten und sich stets gekümmert. Die ganze Region sei erschüttert. „Wir haben unseren geliebten, geschätzten Bürgermeister verloren.“
Die Heilpraktikerin war schon die Stellvertreterin von Mauchs Vorgänger. Mauch selbst war erstmals 2017 ins Amt gewählt worden - und im vergangenen Jahr mit fast 100-prozentiger Zustimmung erneut ins Amt gekommen.
Stilles Gedenken am Donnerstag in evangelischer Kirche
Bevor klar werde, welche Trauerfeierlichkeiten es geben werde, müsse es zunächst Gespräche mit der Familie Mauchs geben, sagte Mayer. Der Bürgermeister hinterlässt seine Frau und vier Kinder. Nachdem bereits am Mittwochabend ein stilles Gedenken in der katholischen Kirche stattgefunden hatte, wird es laut Mayer am Donnerstagabend ein stilles Gedenken in der evangelischen Kirche geben.
Bei dem Gedenken am Mittwochabend seien 200 bis 300 Menschen gewesen, sagte der evangelische Pfarrer Konstantin Graf. „Es lag viel Trauer in der Luft, es wurde viel Trauer gezeigt“, beschrieb Graf die Stimmung. „Aber es wurde immer wieder auch sehr still, und das hat allen, glaube ich, gutgetan.“ Die Menschen seinen sehr betroffen. „Alle hier kannten ihn und haben ihn echt gemocht.“
Das Rathaus blieb am Donnerstag erneut für die Bürger geschlossen. Grundsätzlich gelte nun, dass innerhalb von drei Monaten ein neuer Bürgermeister gewählt werden müsse, sagte Mayer. Aber das sei für die Kommune nicht machbar. Sie werde eine Fristverlängerung beantragen.
Die Ermittlungen zur Unfallursache gehen laut Polizei zudem weiter. Allerdings sagte ein Sprecher, dass es nicht sicher sei, dass die Ursache abschließend geklärt werden könne. Dies sei generell schwierig, wenn es keine weiteren Unfallbeteiligten - wie in diesem Fall - gebe. Laut Polizei hatte es in dem Gebiet zuvor geregnet und zum Teil auch geschneit.
Das Rathaus blieb am Donnerstag erneut für die Bürger geschlossen.Marius Bulling/dpa
© Marius Bulling/dpa
Nach dem tödlichen Unfall ist die Kleinstadt in tiefer Trauer.Marius Bulling/dpa
© Marius Bulling/dpa