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Goldregen und Tränen: Fröhlich feiert späten „DSDS“-Triumph

Menowin Fröhlich holt sich nach 16 Jahren den „DSDS“-Sieg – und bricht im Goldregen zusammen. Wie der Sänger sein altes TV-Trauma überwinden konnte.

10.05.2026

Endlich geschafft: Menowin Fröhlich holt sich nach 16 Jahren die „DSDS“-Krone.Rolf Vennenbernd/dpa

Endlich geschafft: Menowin Fröhlich holt sich nach 16 Jahren die „DSDS“-Krone.Rolf Vennenbernd/dpa

© Rolf Vennenbernd/dpa

Die Konfetti-Kanonen feuern um kurz vor Mitternacht volles Rohr im Studio 53 in Köln-Ossendorf. Menowin Fröhlich lässt sich auf den mit Goldblättchen bedeckten Boden fallen und liegt Juryboss Dieter Bohlen weinend in den Armen: 16 Jahre nach seiner traumatischen Final-Niederlage gewinnt der Sänger endlich die RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ und findet einen tröstlichen Abschluss.

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„Ich wollte dieses Kapitel einfach nur abschließen. Und es hat sich ausgezahlt“, sagt ein völlig in sich ruhender Sieger eine halbe Stunde nach dem Ende der Show der Deutschen Presse-Agentur. Die Mitarbeiter machen den Studioboden besenrein, die restlichen Kandidaten sind schon auf der After-Show-Party. Da erinnert sich Fröhlich noch einmal an seine „DSDS“-Teilnahme 2010 - nach 2005 schon die Zweite.

Damals geht er als klarer Favorit ins Finale, gewinnt zuvor alle Liveshows, reißt bei der Verkündung schon die Arme in die Höhe - und verliert dann doch völlig überraschend gegen Mehrzad Marashi. Überschattet werden seine grandiosen Auftritte damals von Drogenskandalen und Gefängnisaufenthalten, die in den Medien immer wieder thematisiert werden. Das kostet ihm den Sieg.

Darum schaut Fröhlich wehmütig zurück

„Es hat mir wehgetan“, sagt Fröhlich 16 Jahre später. „Ich habe mir oft die alten Videos angeguckt und gesehen, wie ich mit Menschen umgegangen bin, wie ich geredet und wie vielen Leuten ich vor den Kopf gestoßen habe. Ich hätte das damals auch schon gewinnen können, denke ich. Nur, dann wäre ich heute nicht mehr am Leben.“

Für Dieter Bohlen war Menowin Fröhlich klarer Favorit.Rolf Vennenbernd/dpa

Für Dieter Bohlen war Menowin Fröhlich klarer Favorit.Rolf Vennenbernd/dpa

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Heute wirkt der 38-Jährige, der bald zum neunten Mal Vater wird, mit sich im Reinen. Er arbeite nach wie vor an seinen Macken und gehe zur Therapie. Und er will anderen Menschen zeigen, dass man nach Niederlagen wieder aufstehen kann. „Die Chance, die ich bekommen habe, habe ich wahrgenommen und ich muss niemanden mehr etwas beweisen - will ich auch nicht.“

Das ist sonst noch im „DSDS“-Finale passiert

Die über dreieinhalbstündige Liveshow, bei der auch Star-Geiger David Garrett, „DSDS“-Dauerkandidat Menderes und Dieter Bohlen höchstpersönlich mit „You’re My Heart, You’re My Soul“ auftreten, hat natürlich noch mehr Geschichten zu bieten als die Wiederauferstehung Fröhlichs.

Die zweitplatzierte Constance Dizendorf (19) aus dem Kreis Böblingen (Baden-Württemberg) mausert sich im Laufe der Staffel von einer schüchternen Teenagerin zu einem Billie-Eilish-Verschnitt und verzaubert mit ihrer Stimme nicht nur Rapper Bushido in der Jury.

Abiturient Tyrell Hagedorn schafft es mit Charme und Unterhemd auf den dritten Platz.Rolf Vennenbernd/dpa

Abiturient Tyrell Hagedorn schafft es mit Charme und Unterhemd auf den dritten Platz.Rolf Vennenbernd/dpa

© Rolf Vennenbernd/dpa

Der Dritte Tyrell Hagedorn (19) aus Oranienburg (Brandenburg) - für Bohlen das „Überraschungsei bei „DSDS““ - singt sich als Sonnyboy mit Zahnpasta-Lächeln in die Herzen vieler Frauen (und auch Männer) und macht nebenbei noch sein Abitur. Auf den weiteren Plätzen landen Paco Simic (23) aus Österreich und der in Koblenz lebende Abii Faizan (24). 

Bohlen spricht schon früh von einem Aufreger

Doch am Ende ist es vor allem die spannende Frage, ob Fröhlich nach 16 Jahren endlich sein TV-Trauma überwinden kann, die die Show trägt - vielleicht sogar die ganze Staffel. Schon beim Casting, bei dem der 38-Jährige eigentlich nur seine Tochter begleitet und am Ende selbst (angeblich spontan) vor dem Jury-Pult um die nächste Runde singt, bemerkt Bohlen: „Da haben wir natürlich einen absoluten Aufreger: Menowin is back.“

In sozialen Medien sprechen viele von einer Inszenierung und einem Regelbruch. Wer einmal in einer Liveshow gestanden habe, dürfe nicht erneut antreten. RTL bestreitet solch eine Regel. Beim Kölner Sender dürfte man glücklich über die Rückkehr des Enfant Terrible der Show gewesen sein. Den Quoten hat es zumindest nicht geschadet.

Wie schon 2010: Menowin Fröhlich performt im Finale „Billie Jean“ von Michael Jackson.Rolf Vennenbernd/dpa

Wie schon 2010: Menowin Fröhlich performt im Finale „Billie Jean“ von Michael Jackson.Rolf Vennenbernd/dpa

© Rolf Vennenbernd/dpa

Stimmlich hat Fröhlich den Sieg, der ihm einen Plattenvertrag und 100.000 Euro beschert, auf jeden Fall völlig verdient. Im Finale performt er Michael Jacksons „Billie Jean“ (wie schon 2010) und seinen eigenen Titel „Mercy On Me“. Dabei merkt man ihm den Spaß, Willen und die Erfahrung deutlich an.

„DSDS“ geht im kommenden Jahr mit der 23. Staffel weiter. In der Jury sitzen dann erneut Urgestein Bohlen, Ballermann-Sängerin Isi Glück und Bushido. Bleibt abzuwarten, ob die Macher erneut mit einer solchen Heldengeschichte aufwarten können.

Gold und Glück: Menowin Fröhlich fällt nach der Entscheidung auf die Knie.Rolf Vennenbernd/dpa

Gold und Glück: Menowin Fröhlich fällt nach der Entscheidung auf die Knie.Rolf Vennenbernd/dpa

© Rolf Vennenbernd/dpa