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Geschichte zum Anfassen - Zeiteninsel startet Dauerbetrieb

Historische Handwerkstechniken, Bauten und Vegetation aus mehreren Epochen - auf der Zeiteninsel in Weimar-Argenstein wird Geschichte lebendig. Jetzt ist ein weiterer Meilenstein erreicht.

17.07.2026

Vor- und Frühgeschichte lässt sich auf der Zeiteninsel hautnah erleben. Christian Lademann/dpa

Vor- und Frühgeschichte lässt sich auf der Zeiteninsel hautnah erleben. Christian Lademann/dpa

© Christian Lademann/dpa

Wie lebten und arbeiteten die Menschen in Steinzeit, Eisen- oder Römerzeit? Die Zeiteninsel in Weimar-Argenstein im Landkreis Marburg-Biedenkopf lässt 9.000 Jahre Kultur- und Regionalgeschichte an der Lahn lebendig werden. Nach Jahrzehnten der Planung und Vorbereitungen, während der bereits ein Basisbetrieb lief, hat das Freilichtmuseum mit Besucherzentrum jetzt dauerhaft seine Tore geöffnet. Gefeiert wird das mit einem Eröffnungswochenende an diesem Samstag und Sonntag (18. und 19. Juli, jeweils 10.00 bis 18.00 Uhr).

Hessens Kulturminister Timon Gremmels (SPD)  bei der Eröffnungsveranstaltung von einem „tollen Projekt“ und wichtigen Bildungsort gerade für junge Menschen. „Nur wer seine Herkunft kennt, kann Zukunft gestalten“, sagte Gremmels. Das Freilichtmuseum sei vom Land mit mehr als fünf Millionen Euro unterstützt worden. Dass in diesen Zeiten ein neues Museum eröffnet werde, sei keine Selbstverständlichkeit angesichts der finanziellen Situation von Bund, Land und Kommunen. 

Einblicke in das Leben in fünf Epochen

An fünf Zeitstationen können sich die Besucher des Eröffnungswochenendes über prähistorisches Handwerk informieren und bei Vorführungen und Mitmachaktionen in den Alltag vergangener Epochen eintauchen. Vom Schmieden und Brettchenweben über das Kochen bis hin zur steinzeitlichen Fischerei reichen die Vorführungen und Angebote. Die Gäste können sich auch in der Schmuckherstellung oder beim Töpfern ausprobieren oder bronzezeitliche Instrumente kennenlernen. 

Basisbetrieb läuft schon seit Jahren

Einige dieser Techniken waren schon bisher Bausteine museumspädagogischer Veranstaltungen, die sich etwa an Kindergruppen, aber auch erwachsene Besucher richtete, wie Andreas Thiedmann sagte. Er ist Vorstandsmitglied der Genossenschaft, die hinter der Zeiteninsel steht, und wissenschaftlicher Projektleiter und freut sich, dass es jetzt richtig losgeht für die Zeiteninsel, damit sei ein wichtiger Meilenstein erreicht. 

Nachbildungen von Häusern und Siedlungsausschnitten

Auf einer Fläche von rund 3,5 Hektar können die Besucher die Entwicklung der Region anhand von begehbaren Hausmodellen und Siedlungsausschnitten erleben. Das Freilichtmuseum umfasst Nachbildungen eines Lagerplatzes der Mittelsteinzeit, ein jungsteinzeitliches Langhaus und eine bronzezeitliche Hofsiedlung sowie einen eisenzeitlichen Weiler und ein germanisches Gehöft der frühen Römerzeit. Auch ein Inselzentrum gehört dazu. 

Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter

Für das archäologische Freilichtmuseum und seinen Betrieb ist ein Zusammenschluss aus haupt- und ehrenamtlichen Beteiligten sowie kommunalen Partnern verantwortlich. Die Baukosten wurden zuletzt auf rund 7 Millionen Euro veranschlagt. Finanziert wurden und diese maßgeblich vom Land Hessen, dem Kreis Marburg-Biedenkopf sowie der Gemeinde Weimar.

Teilnehmer des „Europäischen Steinzeittreffens“ zeigen, wie das Leben in früheren Epochen ausgesehen haben dürfte. Christian Lademann/dpa

Teilnehmer des „Europäischen Steinzeittreffens“ zeigen, wie das Leben in früheren Epochen ausgesehen haben dürfte. Christian Lademann/dpa

© Christian Lademann/dpa

Die Zeiteninsel umfasst auch ein Lager aus der Mittelsteinzeit. Christian Lademann/dpa

Die Zeiteninsel umfasst auch ein Lager aus der Mittelsteinzeit. Christian Lademann/dpa

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Eine Keramikwerkstatt bietet Einblicke in das Alltagsleben früherer Epochen.Christian Lademann/dpa

Eine Keramikwerkstatt bietet Einblicke in das Alltagsleben früherer Epochen.Christian Lademann/dpa

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