Geringer Prozentsatz von Flüchtlingen aus sicheren Ländern
Für Menschen aus sicheren Herkunftsländern gilt die Vermutung, dass in ihrer Heimat keine Verfolgungsgefahr besteht. Einen Asylantrag können sie dennoch stellen.
Die Zahl der Asylbewerber sinkt. (Archivbild)Boris Roessler/dpa
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Die Zahl der Asylbewerber aus sogenannten sicheren Herkunftsländern ist in Hessen in den vergangenen drei Jahren prozentual sehr gering gewesen. Aus keinem der Länder kamen jeweils auch nur annähernd ein Prozent aller dem Land zugewiesenen Menschen, wie aus einer Antwort von Sozialministerin Heike Hofmann (SPD) auf eine Kleine Anfrage der AfD hervorgeht.
Was ist ein sicheres Herkunftsland?
„Als sicheren Herkunftsstaat definiert das Gesetz Länder, von denen aufgrund des demokratischen Systems und der allgemeinen politischen Lage davon ausgegangen werden kann, dass dort generell keine staatliche Verfolgung zu befürchten ist und dass der jeweilige Staat grundsätzlich vor nicht staatlicher Verfolgung schützen kann“, heißt es beim zuständigen Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). In Deutschland gelten Albanien, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Ghana, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, die Republik Moldau, der Senegal und Serbien als solche Länder.
Mehr Tage in der Erstaufnahme
Im gleichen Zeitraum von 2023 bis 2025 stieg die Dauer des Aufenthaltes in der Erstaufnahme, von wo aus Asylbewerber in die Kommunen verteilt werden. Das Sozialministerium nennt hier exemplarisch zwei der größten Gruppen, Menschen aus Syrien und aus der Türkei. Mussten Menschen aus Syrien 2023 im Schnitt 66 Tage in der Erstaufnahme bleiben, waren es 2025 im Schnitt 197, für Menschen aus der Türkei erhöhte sich die Dauer im Schnitt von 63 auf 226 Tage. Nach dem Asylgesetz dürfe mit Ausnahmen der Aufenthalt längstens 18 Monate dauern.
Im gleichen Zeitraum mussten aber auch immer weniger Menschen aufgenommen werden. Nach Angaben des Sozialministeriums sank die Zahl der Asylsuchenden auf knapp 8.000 im vergangenen Jahr. Im Jahr zuvor waren es knapp 15.000 Menschen.