dpa

Geflügelpest in Putenmast – Keulung von 10.500 Tieren läuft

Thüringer Tierhalter waren bei der seit Herbst grassierenden Geflügelpestwelle relativ glimpflich davongekommen. Jetzt trifft das Virus einen größeren Agrarbetrieb - mit gravierenden Folgen.

19.02.2026

In einem Putenmastbetrieb im Kyffhäuserkreis mit 10.500 Tieren ist das Geflügelpestvirus H5N1 nachgewiesen worden. (Symbolbild)Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

In einem Putenmastbetrieb im Kyffhäuserkreis mit 10.500 Tieren ist das Geflügelpestvirus H5N1 nachgewiesen worden. (Symbolbild)Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

© Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

Nach dem Ausbruch der Geflügelpest in einer Putenmast im Kyffhäuserkreis ist mit der Tötung des dortigen Putenbestandes begonnen worden. Alle 10.500 Tiere des Betriebes müssten unter amtlicher Aufsicht getötet werden, sagten Sprecherinnen des Thüringer Gesundheitsministeriums und Landratsamt. In dem Agrarbetrieb war das Geflügelpestvirus H5N1 nachgewiesen worden, das nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut hatte entsprechende Untersuchungsergebnisse des Thüringer Landesamtes für Verbraucherschutz am Mittwoch bestätigt.

Der Ausbruch im Kyffhäuserkreis ist der bislang größte in Thüringen in der seit Herbst andauernden Geflügelpestwelle in Deutschland, wie es vom Ministerium hieß. Wie das Virus in den Betrieb gelangte, ist nach Behördenangaben bislang unklar. In dem Betrieb seien zuletzt erhöhte Tierverluste aufgetreten.

Sperr- und Schutzzonen eingerichtet

Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kyffhäuserkreises hat eine Betriebssperre für die betroffene Putenmast verhängt. Zudem wurden eine Schutzzone im Radius von drei Kilometern und eine Überwachungszone von im Umkreis von zehn Kilometern um den betroffenen Betrieb in Günserode eingerichtet. In den betroffenen Orten gilt ab Freitag eine Stallpflicht für sämtliches Geflügel und ein Transportverbot für Federvieh und Geflügelprodukte.

Im vergangenen Herbst hatte die Geflügelpest in Thüringen unter anderem unter Kranichen am Stausee Kelbra grassiert, Hunderte Tiere verendeten. Auch mehrere Geflügelbetriebe waren betroffen. In weiten Teilen des Freistaats galt zeitweise eine Stallpflicht für Geflügel. In Thüringen wurde das Virus H5N1 in einem Geflügelbestand zuletzt Ende Oktober 2025 im Landkreis Nordhausen festgestellt.

Aktuell mehrere Wildvögel in Thüringen infiziert

Trotz der zeitweiligen Entspannung der Lage müssen Geflügelhalter weiter auf der Hut sein, wie der neue Fall im Kyffhäuserkreis zeigt. Das Virus befinde sich weiterhin in der Umwelt, so das Ministerium. Es verwies auf mehrere aktuelle Fälle bei Wildvögeln in Thüringen. Seit Jahresbeginn sei das H5N1-Virus bei 21 Wildvögeln in den Landkreisen Altenburger Land, Gotha, Sömmerda, im Saale-Orla-Kreis und dem Unstrut-Hainich-Kreis sowie in den Städten Gera und Erfurt nachgewiesen worden.

Die Geflügelpest, umgangssprachlich auch Vogelgrippe genannt, ist eine für viele Vogelarten hochansteckende Erkrankung, die für infizierte Tiere rasch tödlich endet.

Das Ministerium rief die Menschen auf, Funde insbesondere von verendeten wildlebenden Wasservögeln, Greifvögeln oder Kranichen dem jeweils zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt zu melden. Diese organisierten das Einsammeln der Kadaver und die Entnahme von Proben zur Untersuchung auf das Virus. Tote Vögel sollen nicht angefasst werden. Zudem erinnerte das Ministerium Geflügelhalter daran, ihre Tiere beim zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt anzumelden.