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Gedenken an deportierte Jüdinnen und Juden am Gleis 17

Etwa 10.000 jüdische Menschen deportierten die Nazis vom Bahnhof Grunewald aus in die Vernichtungslager. Beim Gedenken an die Opfer nehmen die Redner auch die Gegenwart in den Blick.

18.10.2026

Am Mahnmal Gleis 17 in Berlin-Grunewald wurde an die Zehntausenden jüdischen Menschen erinnert, die die Nazis entrechteten und ab 1941 in Waggons in Vernichtungslager transportierten. Von links nach rechts: Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Kai Wegner (CDU), Regierender Bürgermeister von Berlin, Stephan Harbarth, Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Julia Spohr, Leiterin der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, und Ron Prosor, Botschafter von Israel in Deutschland.Christophe Gateau/dpa

Am Mahnmal Gleis 17 in Berlin-Grunewald wurde an die Zehntausenden jüdischen Menschen erinnert, die die Nazis entrechteten und ab 1941 in Waggons in Vernichtungslager transportierten. Von links nach rechts: Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Kai Wegner (CDU), Regierender Bürgermeister von Berlin, Stephan Harbarth, Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Julia Spohr, Leiterin der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, und Ron Prosor, Botschafter von Israel in Deutschland.Christophe Gateau/dpa

© Christophe Gateau/dpa

Vertreter aus Politik und Gesellschaft haben am Mahnmal Gleis 17 in Berlin an die Deportation von Jüdinnen und Juden während der NS-Zeit erinnert. Anlass war der 85. Jahrestag des Beginns der systematischen nationalsozialistischen Abtransporte aus der Hauptstadt. Am Bahnhof Grunewald legten unter anderem der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU), der Präsident des Bundesverfassungsgerichts Stephan Harbarth und der israelische Botschafter Ron Prosor Blumen nieder.

Harbarth erinnerte in einer Ansprache daran, dass der Start der Deportationen 1941 aus Berlin und anderen europäischen Städten den Beginn einer „jede Menschlichkeit negierenden, systematischen Massenvernichtung“ markiert habe. Daraus gelte es, Lehren zu ziehen. 

Mahnung vor Rassismus und Gleichgültigkeit

„Niemals dürfen wir vergessen, wohin Antisemitismus und Rassismus, wohin Vorurteile, Verachtung und Verblendung, wohin bloße Gleichgültigkeit führen können“, mahnte Harbarth. „Niemals dürfen wir aufhören, uns die Sinnlosigkeit von Krieg und Gewalt, Völkermord, Verfolgung und Vertreibung vor Augen zu führen.“ 

Auch in den Anstrengungen gegen den noch immer lodernden Antisemitismus dürfe es kein Nachlassen geben. „Niemals dürfen wir akzeptieren, dass öffentliches jüdisches Leben in Deutschland nach wie vor nur unter Polizeischutz möglich ist.“

Prosor äußerte sich ähnlich. „Die Verantwortung, (...), die uns dieser Ort auferlegt, endet nicht mit einer Gedenkveranstaltung“, sagte der Botschafter. „Sie endet erst, wenn jüdisches Leben in Deutschland frei, sicher und ohne Angst gelebt werden kann.“

Zehntausende Juden aus Berlin deportiert 

Das Mahnmal Gleis 17 am Bahnhof Grunewald erinnert an etwa 10.000 Jüdinnen und Juden, die von dort während der NS-Diktatur mit Zügen aus Berlin in Vernichtungslager deportiert wurden. Weitere 30.000 wurden zwangsweise vom Güterbahnhof Moabit und etwa 10.000 vom Anhalter Bahnhof abtransportiert.

Teil des 1998 eingeweihten Mahnmals sind 186 Stahlgussplatten. Darauf sind in chronologischer Reihenfolge die Daten und Bestimmungsorte der Transporte angegeben.