Funkenfeuer lodern wieder: Das steckt hinter dem Brauch
Rund um den Bodensee und im Allgäu brennen am Wochenende wieder Funkenfeuer. Woher der Brauch stammt und warum die „Funkenhexe“ immer öfter fehlt.
Die jährliche Tradition zieht Tausende Menschen an. (Archivbild) Felix Kästle/dpa
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In zahlreichen Orten rum um den Bodensee lodern am Wochenende wieder die traditionellen Funkenfeuer. Der Brauch ist auch im Allgäu, in Oberschwaben und dem österreichischen Vorarlberg weit verbreitet. Das steckt hinter der Tradition.
Das Funkenfeuer ist ein alter Winterbrauch, der jedes Jahr am Wochenende nach Aschermittwoch entzündet wird. Dabei lodern meterhohe Holztürme, die oft wochenlang von der Dorfjugend aufgebaut wurden. Mit dem großen Feuer soll symbolisch der Winter vertrieben und der Frühling begrüßt werden. Der Brauch ist Teil der schwäbisch-alemannischen Fasnet und tief in der regionalen Kultur verwurzelt. In vielen Orten wird das Entzünden des Funkens zu einem geselligen Dorffest.
Ursprung aus vorchristlicher Zeit
Der Ursprung des Brauchs reicht vermutlich bis in vorchristliche Zeiten zurück. Historiker vermuten, dass das Feuer einst eine reinigende und schützende Funktion hatte und böse Geister vertreiben sollte. Heute steht vor allem das Gemeinschaftserlebnis im Mittelpunkt: Vereine, Nachbarschaften und Familien kommen zusammen, um gemeinsam den Winter zu verabschieden.
Die jahrhundertelange Tradition ist inzwischen umstritten, weil sie Assoziationen mit den Hexenverbrennungen im 16. und 17. Jahrhundert hervorruft. Typisch für das Funkenfeuer ist die sogenannte Funkenhexe, eine mit Stroh gefüllte Puppe, die an der Spitze des Holzstapels befestigt wird. Immer mehr Funkenzünfte verzichten aber auf das Anbringen der Figur.