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Fund an früherer Carolabrücke - Evakuierung kommende Woche?

Im Umfeld der früheren Carolabrücke in Dresden werden potenzielle Bombenblindgänger untersucht. Die Stadt stellt Anwohner auf mögliche Folgen ein.

05.03.2026

Droht eine Evakuierung wegen Bombenblindgängern im Umfeld der früheren Carolabrücke? Das entscheidet sich nächste Woche. Sebastian Kahnert/dpa

Droht eine Evakuierung wegen Bombenblindgängern im Umfeld der früheren Carolabrücke? Das entscheidet sich nächste Woche. Sebastian Kahnert/dpa

© Sebastian Kahnert/dpa

Wegen der möglichen Weltkriegsbombenfunde an der ehemaligen Dresdner Carolabrücke kann es in der kommenden Woche zu einer Evakuierung kommen. Ob das nötig ist, entscheidet sich am Dienstag, wie Feuerwehrsprecher Michael Klahre vor Ort sagte. Ab etwa 16 Uhr werden demnach die beiden Fundstellen am Neustädter Elbufer untersucht. 

Dafür wird zunächst ein kleiner Sperrkreis um Radius von 150 Metern eingerichtet. Anwohner sind davon nicht betroffen, jedoch ist der Elberadweg in dieser Zeit gesperrt. Auch Schiffe können nicht passieren. Zudem liegen die Staatskanzlei und mehre Ministerien in der Zone. 

Evakuierung am Dienstagabend oder Mittwoch möglich

Wenn sich herausstellt, dass die Gegenstände ungefährlich sind, muss nicht evakuiert werden. Handelt es sich jedoch tatsächlich um Kampfmittel, sind zwei Szenarien möglich: Bei einer prekären Auffindsituation der Bombe müsste sofort ein Sperrkreis mit einem Radius von 1.000 Metern eingerichtet werden. Lässt es die Gefahrenlage zu, beginnt die Evakuierung erst mit etwas mehr Vorlaufzeit am Mittwochmorgen. 

18.000 Menschen wohnen im Sperrkreis

Betroffen wären nach Angaben der Stadt rund 18.000 Anwohner. Hinzu kommen Pendler und Touristen. Der Sperrkreis umfasst große Teile des Dresdner Stadtzentrums: die Altstadt mit Residenzschloss, Zwinger und Frauenkirche, die Augustus- und Albertbrücke sowie die Innere Neustadt südlich des Albertplatzes. 

Auch die Polizeidirektion, der Landtag sowie kommunale Behörden und Landesbehörden, Alten- und Pflegeheime, Kindertagesstätten und weitere soziale Einrichtungen liegen in dem Gebiet. 

Auch die Dresdner Verkehrsbetriebe stellt die mögliche Evakuierung vor Herausforderungen, da sechs Straßenbahnlinien die Marienbrücke passieren müssten. Für den Autoverkehr wäre dort ebenfalls die einzige Möglichkeit, die Elbe im Innenstadtbereich zu überqueren.

Polizei und Feuerwehr bitten die Betroffen ausdrücklich, sich auf die Situation vorzubereiten und sich über die gewohnten Kanäle zu informieren. Man wolle die Menschen vorab bei dem Prozess mitnehmen, in der Hoffnung, dass sie im Kopf vorplanen, sagte Polizeisprecher Thomas Geithner. Je besser die Vorbereitung auf die mögliche Evakuierung, desto kürzer könne man den Zeitraum gestalten. 

Funde bei Kampfmittelsondierung für Neubau der Carolabrücke

Die potenziellen Blindgänger waren bei vorbereitenden Arbeiten zum Neubau der eingestürzten Carolabrücke am Neustädter Elbufer gefunden worden. Darüber hatte die Stadt bereits Mitte Februar informiert.

Seit Oktober läuft im Bereich der künftigen Brückenbaustelle eine Kampfmittelsondierung. Auf der Altstädter Seite der Elbe waren die Arbeiten bereits Ende vergangenen Jahres ohne Bombenfunde abgeschlossen worden. 

Auf der Neustädter Seite wurden seit Mitte Februar am ehemaligen Brückenkopf auf einer Fläche von etwa 10.000 Quadratmetern 5.700 Bohrungen durchgeführt, wie Räumstellenleiter Sebastian Liers von der Dresdner Bohrgesellschaft erklärte. 

„Entweder ein Wasserrohr oder eine Bombe“

Die Experten fanden und überprüften dabei 31 sogenannte „Störstellen“ in einer Tiefe von jeweils zwei bis vier Metern. Davon stellten sich 29 als ungefährlich heraus. Die beiden Stellen, die nun untersucht werden, hätten sich im Auswertungsprogramm als runde Körper gezeigt, sagte Liers. „Entweder ist es ein Wasserrohr von einem Meter Länge und 60, 70 Zentimeter Durchmesser oder es ist wirklich eine Bombe.“

Geithner erinnerte an einen Fall aus dem Jahr 2018, als sich eine mutmaßliche Fliegerbombe am Rande der Innenstadt als Wasserrohr herausgestellt hatte. Auch damals hatten sich die Einsatzkräfte auf einen Großeinsatz vorbereitet. „Das kann natürlich wieder passieren“, so der Polizeisprecher. Die Wahrscheinlichkeit sei aber gering. 

Bei den Abrissarbeiten an der eingestürzten Carolabrücke gab es im vergangenen Jahr bereits vier Bombenfunde. Im August waren 17.000 Betroffene für die Entschärfung evakuiert worden.