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Frust bei Amiri: Mainzer Heimfluch hält an

Nicht nur der Kapitän des FSV Mainz 05 ist sauer über die dritte Heimpleite in Serie. Auch der Trainer findet klare Worte.

25.10.2026

Lieferten sich nach dem Abpfiff ein hitziges Wortgefecht: Nadiem Amiri (r) und Niclas Füllkrug (l). Florian Wiegand/dpa

Lieferten sich nach dem Abpfiff ein hitziges Wortgefecht: Nadiem Amiri (r) und Niclas Füllkrug (l). Florian Wiegand/dpa

© Florian Wiegand/dpa

Der gesamte Frust von Nadiem Amiri über den anhaltenden Heimfluch des FSV Mainz entlud sich nach dem 2:3 (1:2) gegen Werder Bremen in einem hitzigen Wortgefecht mit Gäste-Stürmer Niclas Füllkrug. „Ein paar Beleidigungen sind gefallen“, berichtete Amiri in den Stadion-Katakomben. „Aber so ist Fußball. Wir verstehen uns.“

Von Anfang an seien ihm im Spiel „ein paar Sachen auf den Sack gegangen“, sagte Amiri. Das begann mit einem harten Einsteigen von Füllkrug gegen Danny da Costa schon nach wenigen Sekunden und setzte sich fort mit gleich zwei unnötigen Foulelfmetern, die Füllkrug eiskalt verwandelte. „Beide Elfmeter waren ärgerlich, vermeidbar und überflüssig“, konstatierte der Mainzer Sportdirektor Niko Bungert, der vergeblich auf drei Punkte als Geschenk zu seinem 40. Geburtstag hoffte.

Die dritte Heimpleite in Serie sorgte beim FSV Mainz 05 für Ernüchterung.Florian Wiegand/dpa

Die dritte Heimpleite in Serie sorgte beim FSV Mainz 05 für Ernüchterung.Florian Wiegand/dpa

© Florian Wiegand/dpa

„Es ist brutal und tut weh. Wir haben uns viel vorgenommen, wollten von der ersten Sekunde an da sein. Und dann haben wir die ersten 25 Minuten leider wieder verschlafen und sind danach nicht mehr zurückgekommen“, meinte Amiri und fügte hinzu: „Mir fehlen ein bisschen die Worte, weil es mir schon auf den Sack geht, dass wir zu Hause immer den Anfang verschlafen und dann ständig hinterherlaufen müssen.“

Fatale Mainzer Heimschwäche

Von den bisher zehn Punkten holten die Mainzer nur einen Zähler vor heimischer Kulisse, wo es nach dem Auftakt-Remis gegen Aufsteiger SC Paderborn drei Pleiten in Serie setzte. „Auswärts haben wir das Gefühl, dass wir das Spiel auf jeden Fall gewinnen. Zu Hause fällt es uns schwer. Keine Ahnung, woran das liegt. Die Quote ist Scheiße für den Kopf“, sagte Amiri.

Auch Trainer Urs Fischer haderte mit dem erneuten Fehlstart der Mainzer. „Es wiederholt sich. Die ersten 30 Minuten waren schläfrig. Da war uns Bremen überlegen. Sie waren wach und aggressiv. Wir dagegen haben es nicht gut gemacht“, kritisierte der Schweizer.

Haderte mit dem schläfrigen Auftritt seines Teams in der ersten halben Stunde: Mainz-Trainer Urs Fischer.Florian Wiegand/dpa

Haderte mit dem schläfrigen Auftritt seines Teams in der ersten halben Stunde: Mainz-Trainer Urs Fischer.Florian Wiegand/dpa

© Florian Wiegand/dpa

Zwar zeigten die 05er eine starke Reaktion. Doch die Tore von Anthony Caci (33.) und Jae-sung Lee (63.) reichten nicht einmal für ein Remis, weil Ludovit Reis (61.) noch einen dritten Treffer für die Gäste erzielte. „Auch da haben wir falsche Entscheidungen getroffen“, sagte Fischer und stellte ernüchtert fest: „60 gute Minuten reichen nicht, um Punkte mitzunehmen.“

Mentalität im Team stimmt

Immerhin stimmt die Einstellung. „Die Mannschaft hat Charakter gezeigt und sich nicht beirren lassen durch die Fehler“, sagte Fischer. Ähnlich bewertete Bungert den Auftritt: „Die Spieler haben viel aufgewendet, da kann man keinem einen Vorwurf in Sachen Mentalität machen. Uns fehlt zu Hause vielleicht auch ein bisschen das Glück momentan.“

Da trifft es sich gut, dass die 05er nun zweimal in der Fremde ran müssen. Zunächst am Dienstag im DFB-Pokal beim Zweitligisten VfL Bochum, dann am Freitag in der Bundesliga beim starken Aufsteiger SV Elversberg. Fischer sieht die Partien aber keinesfalls als Selbstläufer an. „Wir können uns nicht darauf verlassen, dass wir auswärts immer gewinnen“, mahnte er.