Friedberg als ein Standort für Neuen Wehrdienst im Blick
Noch ist keine Stationierung entschieden, doch Friedbergs Ray Barracks stehen im Fokus: Das Verteidigungsministerium will hier und an weiteren Standorten Platz schaffen für die Soldaten-Ausbildung.
Die Pläne für die Nutzung von bundesweit fünf Standorten für den neuen Wehrdienst werden konkreter. Darunter sind auch die Ray Barracks im hessischen Friedberg. (Symbolfoto)Sebastian Gollnow/dpa
© Sebastian Gollnow/dpa
Um Platz zu schaffen für die Ausbildung von Soldaten, sollen an bundesweit fünf Standorten vorbereitende Schritte in die Wege geleitet werden – darunter auch im hessischen Friedberg. Betroffen sind die ehemaligen Ray Barracks mit dem US-Übungsplatz im Friedberger Stadtteil Ockstadt, wie das Ministerium in Berlin mitteilte.
Die Nutzungsabsicht für den hessischen Standort verfestige sich, so das Ministerium. Die nächsten Schritte sollten wie für andere Standorte im Bundesgebiet in einer entsprechenden Absichtserklärung (Letter of Intent) festgehalten werden, auf deren Grundlage die Wiedernutzung der Liegenschaft erfolgen solle. Mit Blick auf die Ray Barracks müssten dabei einige Besonderheiten berücksichtigt werden, da dieser Standort aktuell noch anders genutzt werde.
Nutzung der Ray Barracks 2007 aufgegeben
Die US-Army hatte die Nutzung der Ray Barracks 2007 aufgegeben und die Flächen an den Bund zurückgegeben. Nach Angaben der Stadt umfasste das einstige militärische Quartier Gemeinschafts- und Infrastruktureinrichtungen wie unter anderem ein Kino und ein Theater, einen Supermarkt, eine Sport- und Fitnesshalle. Mittlerweile befänden sich auf dem Areal diverse Unterkunfts- und Verwaltungsgebäude sowie Werkstatt- und Wartungshallen. Berühmt wurden die Ray Barracks vor allem durch Rock ‚n‘ Roll-Legende Elvis Presley, der von Oktober 1958 bis März 1960 hier seinen Wehrdienst ableistete.
Die Stadt hatte das rund 74 Hektar große Gelände eigentlich in ein eigenständiges Quartier mit Wohnen, gewerblicher Nutzung, Mischgebieten sowie Angeboten zur Nahversorgung umwandeln wollen.
Ministerium: Landbeschaffungsverfahren notwendig
Anknüpfend an die Absichtserklärung müssten kurzfristig Landbeschaffungsverfahren eingeleitet werden, um die geplanten Ausbildungskapazitäten schaffen zu können, erklärte das Ministerium. Die Liegenschaften gingen dadurch wieder in eine militärische Nutzung sowie in den Besitz des Bundesverteidigungsministeriums über, hieß es. Damit sollten rechtzeitig die Voraussetzungen für eine künftige Nutzung geschaffen werden. „Eine Stationierungsentscheidung ist damit noch nicht verbunden“, so das Ministerium. Neben Friedberg sind von den Plänen auch diese Standorte betroffen:
- die ehemalige Kurpfalz-Kaserne im rheinland-pfälzischen Speyer
- die ehemalige Unteroffizier-Krüger-Kaserne inklusive des ehemaligen Standortübungsplatzes in Kusel (ebenfalls Rheinland-Pfalz),
- die ehemalige Graf-Stauffenberg-Kaserne, einschließlich des ehemaligen Standortübungsplatzes in Sigmaringen (Baden-Württemberg)
- die ehemalige Kanaal-van-Wessem-Kaserne in Soest in Nordrhein-Westfalen