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Freiburger Festspiele: Doppelpack trotz Nagelbettentzündung

Der SC Freiburg feiert die Tabellenführung und den besten Bundesliga-Start der Vereinsgeschichte. Beim 5:0 gegen Borussia Mönchengladbach fallen zwei Spieler besonders auf.

13.09.2026

Doppeltorschützen unter sich: Yannik Engelhardt (l) und Igor Matanovic.Philipp von Ditfurth/dpa

Doppeltorschützen unter sich: Yannik Engelhardt (l) und Igor Matanovic.Philipp von Ditfurth/dpa

© Philipp von Ditfurth/dpa

Auf die kleinen Dinge kommt es beim SC Freiburg auch bei großen Erfolgen an. So wies der linke Schuh von Doppeltorschütze Yannik Engelhardt nach dem 5:0 in der Fußball-Bundesliga gegen Borussia Mönchengladbach vorn einen markanten gelben Fleck auf. Eine leichte Delle war zu erkennen. Ob sein Schuss mit links so heiß war, dass der Schuh geschmolzen sei, wurde der Mittelfeldspieler deshalb gefragt. „Ja, fast“, antwortete Engelhardt lächelnd, um dann den wahren Grund zu verraten: „Das ist bewusst so, Nagelbettentzündung.“

Die kleine Einschränkung hatte den 25 Jahre alten Mittelfeldspieler zuvor nicht daran gehindert, den Ball mit viel Wucht zum 4:0 (79. Minute) ins Tor zu schießen. Und weil ihm per Kopf schon das 1:0 (23.) geglückt war, durfte Engelhardt gegen seinen Ex-Club sogar die Mini-Spielball-Trophäe für den Spieler des Spiels lächelnd an den Journalisten vorbeitragen.

Mit dem anderen Freiburger Doppeltorschützen, Igor Matanovic (29./77.), habe er noch gescherzt, wer die Auszeichnung denn nun eher verdient habe, berichtete Engelhardt gut gelaunt. Sein Fazit: „Hätte heute gefühlt jeder verdient gehabt, aber ich glaube, der macht noch ein paar mehr Doppelpacks als ich in meiner Karriere. Also geht das, glaube ich, in Ordnung.“ Zwei Tore in einem Spiel habe er in seiner Profikarriere jedenfalls das erste Mal erzielt.

„Man sieht jeden lächeln an so einem Samstagnachmittag“

Vom italienischen Champions-League-Teilnehmer Como 1907 war Engelhardt vor dieser Saison für rund 7,5 Millionen Euro nach Freiburg gewechselt, wo er einst schon in der zweiten Mannschaft spielte. Quasi nahtlos hat er sich in die Elf von Trainer Julian Schuster eingefügt, die in der Bundesliga nun von der Tabellenspitze grüßt. „Die Momentaufnahme ist schön, auch für die Fans. Man sieht jeden lächeln an so einem Samstagnachmittag“, sagte Engelhardt.

Während es für Eugen Polanski das letzte Spiel als Gladbacher Coach war, wie die Borussia einen Tag später mitteilte, sangen die vielen Freiburger Fans unter den 34.700 Zuschauern im Stadion bereits von der Meisterschaft. Die „Spitzenreiter“-Rufe schmeckten auch Matanovic. „Sehr schön, sich so was anzuhören, dass die Fans so positiv gestimmt sind“, sagte der 23 Jahre alte Stoßstürmer beim Pay-TV-Sender Sky.

Schuster: „Dann ist es kein Zufall“

Matanovic zeigte vor allem bei seiner starken Direktabnahme zum 2:0 seine große Klasse, überzeugte zur Freude Schusters aber auch mit hohem kämpferischem Einsatz. „Das Wichtigste ist, sich dessen bewusst zu sein, dass das eine das andere bedingt“, analysierte der SC-Trainer. „Wenn du genau diese Arbeit immer verrichtest, dann ist es kein Zufall, dass du Momente eben auch mit dem Ball hast, dass du dir ein gewisses Gefühl erarbeitest, dass du dann eben auch so im Spiel auftreten kannst.“

Die Leistungen von Matanovic und Engelhardt standen stellvertretend für einen insgesamt starken Auftritt der Freiburger, für die Maximilian Eggestein (86.) zum 5:0 getroffen hatte. Die Defensive ließ über 90 Minuten keine nennenswerte Torchance zu, offensiv bestrafte der Sport-Club die Gladbacher Aussetzer gnadenlos.

Viel Einsatz: Das gefällt Freiburgs Trainer Julian Schuster (r).Philipp von Ditfurth/dpa

Viel Einsatz: Das gefällt Freiburgs Trainer Julian Schuster (r).Philipp von Ditfurth/dpa

© Philipp von Ditfurth/dpa

Matanovic: „Wenn wir das machen, ist Großes möglich“

Erstmals in ihrer Vereinsgeschichte gewannen die Südbadener die ersten drei Bundesliga-Spiele einer Saison. Am kommenden Samstag soll bei Eintracht Frankfurt der vierte Streich folgen. „Wir müssen genau so weiterarbeiten. Wenn wir das machen, ist Großes möglich“, meinte der Ex-Karlsruher Matanovic.

Abheben solle im Breisgau aber niemand, mahnte Trainer Schuster: „Das Allerwichtigste, um dauerhaften Erfolg zu haben, ist die Demut. Und das ist wichtig, vor allem nach Siegen, auch genau diese eben auch zu leben. Deshalb: Wir freuen uns über den Sieg - und alles andere ist Nebensache.“