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Freiburger Comeback-Qualitäten und „gemischte Gefühle“

Der SC Freiburg kann in Frankfurt mit Rückschlägen umgehen - und bleibt ungeschlagen. Trainer Schuster sieht darin den Ehrgeiz seines Teams bestätigt.

20.09.2026

Jubeln gemeinsam über einen starken Saisonstart: Die Spiel des SC Freiburg.Florian Wiegand/dpa

Jubeln gemeinsam über einen starken Saisonstart: Die Spiel des SC Freiburg.Florian Wiegand/dpa

© Florian Wiegand/dpa

Beflügelt von seiner erstmaligen Nominierung durch Bundestrainer Jürgen Klopp sprach Derry Scherhant von einem „neuen Selbstverständnis“ beim SC Freiburg. Ungeschlagen beenden die Breisgauer den ersten Saisonblock vor der nun anstehenden Länderspielpause. Neben Scherhant gehören auch Philipp Treu, Max Rosenfelder und Yannik Engelhardt erstmals zum Aufgebot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Beim schnellen Wiedersehen mit dem an Eintracht Frankfurt verliehenen Torhüter Noah Atubolu zeigte das Team von Trainer Julian Schuster beim 2:2-Unentschieden am Main Comeback-Qualitäten. Zweimal lag der Sport-Club zurück, zweimal glich er aus - angeführt von Stürmer Scherhant. 

Anders als seine Teamkollegen vom SC wird der Offensivspieler, der sich in der Sommerpause mit Hilfe von Extra-Schichten im Kraftbereich und zusätzlichem Freistoßtraining den nächsten Schritt erarbeitete, erst zum zweiten Teil des XXL-Kaders für die Nations League gehören. Klopps Anruf habe ihm „irgendwie einen Push gegeben“, sagte er. „Ich war seit dem Anruf sehr, sehr happy.“

Der 23-Jährige traf zum 1:1 selbst (34. Minute), bereitete den Ausgleich zum 2:2 vor (48.) und hätte mit einem gefährlichen Freistoß sogar zum Matchwinner werden können. Der Versuch landete jedoch am Pfosten. Er verspüre „gemischte Gefühle“, so Scherhant. „Wenn man auf die Tabelle schaut, kann man sich wirklich nicht beschweren. Aber unmittelbar nach dem Spiel würde ich lügen, wenn ich sagen würde, dass es nicht wehtun würde.“

Zum vierten Mal Tabellenführer - wieder nicht verteidigt

Zum vierten Mal in ihrer Bundesliga-Geschichte gingen die Freiburger als Tabellenführer in einen Spieltag. Nie gelang es ihnen, die Spitzenposition zu verteidigen. Auch diesmal nicht.

Das Ergebnis spiegele genau das wider, „wo wir momentan eben auch stehen“, sagte Trainer Julian Schuster, der die Reaktion seiner Mannschaft auf die Rückschläge hervorhob. „Das ist ein Spiegelbild unseres Ehrgeizes, unseres Hungers.“ 

Lobte die Comeback-Qualitäten seiner Mannschaft: SC-Trainer Julian Schuster.Florian Wiegand/dpa

Lobte die Comeback-Qualitäten seiner Mannschaft: SC-Trainer Julian Schuster.Florian Wiegand/dpa

© Florian Wiegand/dpa

Gegentore fallen „zu billig“

Beim ersten Gegentor durch Younes Ebnoutalib fehlte die Zuordnung (10.), beim zweiten durch Jonathan Burkardt die Handlungsschnelligkeit im Strafraum (36.). „Darüber müssen wir sprechen, das war ein bisschen zu billig“, sagte Engelhardt. Der Mittelfeldspieler vergab in der 73. Minute eine der größten Chancen auf das 3:2 für den SC. Am Ende sei es „kein schlechtes Auswärtsspiel gewesen“, analysierte Engelhardt. 

Mit zwei souveränen Heimerfolgen gegen Werder Bremen (4:1) und Borussia Mönchengladbach (5:0), einem Arbeitssieg beim Aufsteiger SC Paderborn (1:0) und dem Punkt in Frankfurt bestätigten die Freiburger die positive Entwicklung der vergangenen Jahre. Auch im DFB-Pokal zog das Team ungefährdet in die nächste Runde ein. In der Qualifikation für die Conference League gab sich der SC ebenfalls keine Blöße.

Dennoch warnt Scherhant. „Es ist immer noch nicht so viel passiert in dieser Saison“, sagte er. Sein Motto: „Ruhig bleiben und weiterarbeiten.“