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Freiburg mittendrin: Drei-Klassen-Gesellschaft Europapokal

Im Schatten der großen Champions League steht der SC Freiburg vor einem historischen Abend. Kassieren die Clubs unterhalb der Königsklasse zu wenig? Die Diskussionen nehmen wieder Fahrt auf.

08.04.2026

Der SC Freiburg steht erstmals in einem Europapokal-Viertelfinale. (Archivbild)Silas Stein/dpa

Der SC Freiburg steht erstmals in einem Europapokal-Viertelfinale. (Archivbild)Silas Stein/dpa

© Silas Stein/dpa

4,2 Millionen Euro stehen für den SC Freiburg auf dem Spiel. Klingt erst mal nach viel. Beim zweiten Blick - vor allem Richtung Königsklasse - aber schon nach weniger. Der Europapokal als Drei-Klassen-Gesellschaft. Die Diskussionen um eine mögliche Umverteilung der Gelder im Milliardengeschäft Profifußball sind nicht neu. Jetzt, wo die internationalen Wettbewerbe in die entscheidende Phase gehen, nehmen sie aber wieder Fahrt auf.

Freiburg, das im ersten Europapokal-Viertelfinale seiner Historie am Donnerstag (21.00 Uhr/RTL) auf Celta Vigo trifft, ist mittendrin. 4,2 Millionen Euro würden die Badener von der UEFA einstreichen, sollten sie das Halbfinale der Europa League erreichen. Die würde auch Oliver Leki gern mitnehmen. Geht es nach Freiburgs Finanzvorstand, dürfte in der Europa League aber auch noch mehr verdient werden. Da könnte aus der Champions League schon noch etwas abgeknapst werden, findet der Vizepräsident der Deutschen Fußball Liga.

Eine Meinung, die sie beim FSV Mainz 05, der in der Conference League am Donnerstag (21.00 Uhr/RTL+) auf Racing Straßburg trifft, durchaus teilen.

Freiburgs Oliver Leki fordert eine Umverteilung der Europapokal-Gelder. (Archivbild)Christian Charisius/dpa

Freiburgs Oliver Leki fordert eine Umverteilung der Europapokal-Gelder. (Archivbild)Christian Charisius/dpa

© Christian Charisius/dpa

Darum geht es in der Diskussion

2,5 Milliarden Euro schüttet die UEFA in dieser Saison an die 36 Teilnehmer der Champions League aus. In der Europa League sind es 565 Millionen, in der Conference League gerade mal 285 Millionen. Geht es nach Leki, ist die Diskrepanz eindeutig zu groß - auch mit Blick auf die Bundesliga.

Um den Wettbewerb hierzulande wieder spannender zu machen, wäre es seiner Meinung nach unter anderem „ein wirkungsvoller Ansatz, die astronomischen Summen, die aus der Champions-League-Vermarktung von der UEFA eingenommen werden, ausgewogener an die Starter in der Europa League und Conference League zu verteilen“, sagte Leki zuletzt der „Sport Bild“. 

„Das Charmante einer Umverteilung wäre, dass die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Topclubs nicht geschwächt würde, weil auch die Topclubs der anderen großen Ligen in gleicher Weise auf Geld verzichten müssten“, erklärte Leki. Er erwarte von den deutschen Vertretern bei der UEFA und im europäischen Clubverband EFC, dass sie sich dafür einsetzen.

Das sagen andere Clubs

Mehr Spannung im nationalen Titelkampf durch eine Umverteilung der Erlöse aus der Königsklasse? Für Jan-Christian Dreesen, Vorstandschef des FC Bayern München, eine „Illusion“. Topclubs aus England oder Spanien könnten einen solchen Einschnitt zudem „deutlich leichter auffangen“, weil dort mehr TV-Gelder fließen. Man würde die deutschen Champions-League-Starter im internationalen Konkurrenzkampf womöglich also schwächen, warnt er. Auch bei Borussia Dortmund oder RB Leipzig sehen sie keinen Handlungsbedarf.

Auch der Mainzer Christian Heidel wünscht sich einen neuen Verteilerschlüssel. (Archivbild)Jürgen Kessler/dpa

Auch der Mainzer Christian Heidel wünscht sich einen neuen Verteilerschlüssel. (Archivbild)Jürgen Kessler/dpa

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In Mainz sind sie indes der gleichen Ansicht wie in Freiburg. Er könne Leki „nur zustimmen, dass im Sinne des Wettbewerbs ein neuer Verteilerschlüssel wünschenswert wäre“, sagte Sportchef Christian Heidel. „Das sage ich aber schon seit über fünf Jahren.“

Auch Alexander Wehrle, Vorstandschef des zuletzt wiedererstarkten VfB Stuttgart, sagte der Deutschen Presse-Agentur unlängst, dass ein Club wie Dortmund den Schwaben in puncto Umsatz „noch Jahre oder Jahrzehnte“ voraus sei - weil er eben regelmäßig in der Königsklasse dabei ist.

Das gibt es in den Wettbewerben zu verdienen

Schon beim Startgeld werden die gewaltigen Unterschiede deutlich. Mehr als 18 Millionen Euro bekommt ein Club, der an der Champions League teilnimmt. In der Europa League sind es gut vier, in der Conference League drei Millionen. Für einen Sieg in der Ligaphase der Königsklasse gibt es über zwei Millionen, in der Europa League 450.000, in der Conference League 400.000 Euro. 

Sollten sich die Bayern im Giganten-Duell mit Real Madrid durchsetzen, bekämen sie für den Halbfinal-Einzug in der Champions League 15 Millionen. Für Freiburg gäb’s für das Erreichen der Vorschlussrunde in der Europa League die erwähnten 4,2, für Mainz in der Conference League 2,5 Millionen Euro.

Und für den Titel? Wer im Mai in Budapest die Champions League gewinnt, erhält für den Triumph inklusive Finaleinzug 25 Millionen. Der Europa-League-Sieger in Istanbul bekommt 13, der Conference-League-Champion in Leipzig 7 Millionen Euro.