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Streiks und Iran-Krieg bremsen Passagierzahlen in Frankfurt

Der Frankfurter Flughafen hat mit den Streiks bei Lufthansa und den Folgen des Iran-Kriegs turbulente Woche hinter sich. Das hinterlässt Spuren bei der Zahl der Reisenden. Und ein Risiko bleibt.

05.05.2026

Der Iran-Krieg und Streiks bei der Lufthansa trüben die Aussichten für den Frankfurter Flughafen. (Archivbild)Boris Roessler/dpa

Der Iran-Krieg und Streiks bei der Lufthansa trüben die Aussichten für den Frankfurter Flughafen. (Archivbild)Boris Roessler/dpa

© Boris Roessler/dpa

Der Iran-Krieg, das Ringen um Kerosin und Streiks bei der Lufthansa trüben die Aussichten für den Frankfurter Flughafen. Die Turbulenzen bremsen die Zahl der Passagiere an Deutschlands größtem Airport: Sie dürfte in diesem Jahr nur das untere Ende der Zielspanne von 65 bis 66 Millionen erreichen, sagte der Finanzvorstand des Flughafenbetreibers Fraport, Matthias Zieschang, in Frankfurt. An der Gewinnprognose für 2026 halte man zwar fest. Allerdings dürfe es dafür keine Unterbrechungen bei der Versorgung mit Kerosin geben.

Der Frankfurter Flughafen hat ereignisreiche Wochen hinter sich. Während der Krieg in der Golfregion die Luftfahrtbranche weltweit in die Bredouille bringt, führten in Deutschland die Streiks bei der Lufthansa im März zu reihenweise Flugausfällen. Im April legten die Ausstände von Piloten und Flugbegleitern das Geschäft der Lufthansa an sechs Tagen weitgehend lahm. Fraport zählte deshalb allein in Frankfurt im April eine halbe Million weniger Passagiere. Dies dürfte auf die Jahreszahlen durchschlagen.

Fraport-Chef Schulte setzt auf eine sichere Kerosinversorgung. (Archivbild)Andreas Arnold/dpa

Fraport-Chef Schulte setzt auf eine sichere Kerosinversorgung. (Archivbild)Andreas Arnold/dpa

© Andreas Arnold/dpa

Im ersten Quartal lief es für Fraport besser als gedacht. „Trotz des Ausbruchs des Iran-Kriegs konnten wir auf allen Märkten wachsen“, sagte Fraport-Chef Stefan Schulte. Während der Verkehr in Frankfurt auf den Strecken nach Nahost zurückging, hätten Zuwächse in andere Regionen dies ausgeglichen. „Für das Gesamtjahr halten wir an unserer Prognose für 2026 fest, basierend insbesondere auch auf den Aussagen der Bundesregierung zur gegebenen Versorgungssicherheit mit Kerosin.“

Gibt es weiter genug Treibstoff?

Der Nationale Sicherheitsrat hatte in der Diskussion über mögliche Treibstoff-Engpässe in Deutschland im April vorerst Entwarnung gegeben. Es gebe keine Notlage, die Vorräte gerade an Kerosin seien für „absehbare Zeit“ ausreichend, hieß es nach einer Sitzung des Gremiums mit Vertretern von Bund, Ländern und Sicherheitsbehörden aus Teilnehmerkreisen. Es gebe zudem „Raffinerieoptionen“, die eine schnelle Reaktion auf mögliche Lücken gewährleisten würden. Gebannt ist die Gefahr aber nicht: EU-Energiekommissar Dan Jørgensen sagte am Dienstag in Brüssel, die Europäische Union bereite sich auf mögliche Versorgungsengpässe vor, besonders bei Flugkraftstoff. 

Fraport betreibt neben Frankfurt eine Vielzahl von Flughäfen, etwa im türkischen Antalya, in Perus Hauptstadt Lima sowie 14 Regional-Airports in Griechenland. Konzernweit rechnet der Vorstand in diesem Jahr weiter mit etwa 188 bis 195 Millionen Passagieren.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll zudem 2026 auf bis zu 1,5 Milliarden Euro steigen. Der Konzerngewinn vor Minderheitsanteilen Dritter dürfte jedoch wie angekündigt auf 300 bis 400 Millionen Euro sinken. Grund seien höhere Zinsen und Abschreibungen, nachdem Fraport das dritte Passagierterminal in Frankfurt und weitere Ausbauvorhaben abgeschlossen hat.

Im üblicherweise reiseschwachen ersten Quartal stieg der Fraport-Umsatz um 1,6 Prozent auf 882 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Verlust von knapp 18 Millionen Euro, etwas mehr als im Vorjahr.