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Forscherin sieht Chance für friedliche Jugendproteste

Am Wochenende stehen in mehreren deutschen Städten Jugendproteste an. Die Sorge vor Ausschreitungen wie zuletzt in Frankreich sind groß. Eine Wissenschaftlerin sieht aber auch eine Chance.

28.10.2026

Bildungswissenschaftlerin Nina Kolleck hofft auf friedliche Proteste. (Archivbild)Thomas Roese/Universität Potsdam/dpa

Bildungswissenschaftlerin Nina Kolleck hofft auf friedliche Proteste. (Archivbild)Thomas Roese/Universität Potsdam/dpa

© Thomas Roese/Universität Potsdam/dpa

Die geplanten bundesweiten Jugendproteste könnten nach Einschätzung einer Potsdamer Bildungsforscherin auch den Beginn einer friedlichen Bewegung darstellen. „Ich könnte mir vorstellen, dass es hier so eine starke Jugendbewegung werden könnte, die sich auch ganz klar von Gewalt distanziert“, sagte Nina Kolleck der Deutschen Presse-Agentur. Mit Sorge blickt sie auf Gruppierungen, die die Unzufriedenheit für sich nutzten, „um dann eben auch gewalttätig zu werden“.

„Also insgesamt wird das Leben als extrem unsicher empfunden, und viele empfinden es auch so, dass von ihnen sehr viel erwartet wird, während sie aber wenig einbezogen werden“, erklärte sie. Viele beschäftige das Thema Generationengerechtigkeit. Junge Menschen würden heute beobachten, dass „die Älteren bevorzugt sind“ etwa mit Blick auf berufliche Perspektiven oder außenpolitische Konflikte.

Forscherin: Regierung muss auf Jugendliche zugehen

Hinzu kämen miserable Zustände im Bildungssystems und den Schulen. „Dass sich hier eben auch so ein Frust abgelagert hat, der eben auch ein Explosionspotenzial hat“, führte sie aus. Sie sieht die Gefahr, dass die Sorgen der Jugendlichen übersehen werden könnten, wenn aktuell nur mögliche Gewaltexzesse im Fokus stünden.

Die Bundesregierung müsse frühzeitig auf die Jugendlichen zugehen und ihnen mehr Möglichkeiten zur Mitbestimmung geben. „Wir können es uns nicht leisten, die wenigen jungen Menschen zu verlieren“, sagte Kolleck. „Es macht Sinn (...) sich auch mal die Perspektiven der Kinder und Jugendlichen anzuhören, wie sie eigentlich darauf blicken, wie sie eigentlich auch auf die Proteste in Frankreich blicken.“

Die Initiative „Gen Z regelt“ hat für diesen Samstag zu einem deutschlandweiten Protesttag aufgerufen. Dabei soll es um Bildung und soziale Gerechtigkeit gehen. Bei ähnlichen Demonstrationen in Frankreich, Spanien, Italien und Albanien war es jüngst zu Ausschreitungen gekommen.