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Förster schätzt Fund von Scarlett als unwahrscheinlich ein

Bei der Suche nach der Wanderin Scarlett sollen Spürhunde angeschlagen haben. Doch ein Förster dämpft die Hoffnung: In dem gefährlichen Gelände sei ein Fund eher unwahrscheinlich.

16.09.2026

Die Region, in der nun gesucht wurde, hatten Forstexperten bereits vor drei Jahren kontrolliert.(Archivbild)Philipp von Ditfurth/dpa

Die Region, in der nun gesucht wurde, hatten Forstexperten bereits vor drei Jahren kontrolliert.(Archivbild)Philipp von Ditfurth/dpa

© Philipp von Ditfurth/dpa

Der zuständige Förster hält es für eher unwahrscheinlich, dass die seit sechs Jahren vermisste Scarlett Salice im schwer zugänglichen Gebiet am Wildensteinfelsen im Südschwarzwald gefunden wird. 

Zwar könne in dem teils nahezu alpinen Gelände theoretisch über Jahre hinweg ein Mensch unentdeckt bleiben, weil man in einem solchen Felsgelände nicht in jede Spalte und jeden schwer zugänglichen Bereich hineinschauen könne. Die Wahrscheinlichkeit dafür sei aber eher nicht besonders hoch, sagte der Revierleiter im Revier Hasel von ForstBW den „Badischen Neuesten Nachrichten“ (BNN).

Forstexperten haben Waldstück kontrolliert

Zudem habe ForstBW dort vor rund drei Jahren intensiv gearbeitet und Bäume kontrolliert, um die unter dem Felsen verlaufende Straße zu sichern. Mitarbeiter seien viel in dem Gebiet geklettert, sagte der Förster. Dabei sei niemandem etwas aufgefallen. 

Das Gebiet rund um den Wildensteinfelsen ist nach Angaben des Försters von Felsstürzen und Rutschungen geprägt. Frühere Pfade seien weitgehend zugewuchert und kaum noch zu erkennen. Einige Bereiche des Wildensteinmassivs seien nur mit Kletterausrüstung erreichbar. Seit 2017 gehört das Gebiet zur Kernzone des Biosphärengebiets Südschwarzwald; abseits klar erkennbarer Wege darf es nicht betreten werden.

Keine Hinweise auf Verbrechen

Mitglieder des privaten Vereins „Finderwille“ hatten am Wochenende mit rund einem Dutzend Spürhunden nach Hinweisen auf Scarlett gesucht. Die Tiere schlugen nach Angaben des Vereinsgründers Rüdiger Orth im Bereich des Wildensteinfelsens mehrfach an. Orth vermutet, dass die damals 26-Jährige auf dem Weg zu einem Gipfelkreuz abgestürzt sein könnte. Die Polizei hält es aber für wenig wahrscheinlich, dass selbst trainierte Hunde nach so langer Zeit noch einen menschlichen Geruch wahrnehmen können. 

Scarlett war am 10. September 2020 auf der letzten Etappe ihrer Wanderung zwischen Todtmoos und Wehr verschwunden. Eine großangelegte Suche blieb erfolglos. Die Polizei will die neuen Hinweise des Vereins prüfen und auch einen gefundenen Reißverschluss untersuchen, sie äußerte sich jedoch bereits skeptisch. Der Verein und Scarletts Vater wollen die Suche dennoch fortsetzen. 

Neben der Theorie eines Unfalls hält sich in der Öffentlichkeit auch die Spekulation, Scarlett könne von einem Wanderparkplatz aus per Anhalter gefahren und dabei einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft fanden bei den jahrelangen Untersuchungen aber keine konkreten Hinweise auf eine Straftat.