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Flugzeugabsturz mit zwei Toten – „Sehr traurige Stunden“

Unweit vom Sommerfest entfernt, stürzt ein Kleinflugzeug ab. Das Unglück bewege „weit über den Flugplatz hinaus viele Menschen in Weinheim und der gesamten Region“, sagt der Oberbürgermeister.

07.09.2026

Am Tag nach dem Absturz ist ein Trümmerfeld um das Flugzeug herum zu sehen.Jörg Halisch/dpa

Am Tag nach dem Absturz ist ein Trümmerfeld um das Flugzeug herum zu sehen.Jörg Halisch/dpa

© Jörg Halisch/dpa

Nur wenige Hundert Meter vom fröhlichen Fest geschieht das Unglück: Ein Kleinflugzeug mit drei Erwachsenen und einem dreijährigen Kind stürzt ab. Zwei Männer sterben, eine Frau und das Kind werden schwerstverletzt. 

Vom Ort des Sommerfestes des Luftsportvereins Weinheim in Baden-Württemberg war der Absturz einige Hundert Meter weiter im hessischen Viernheim wohl nicht deutlich zu sehen. Eine Reihe Gebüsch schirmt den Absturzort auf der anderen Seite des Flughafens ab. 

Die Folgen des Unglücks sind am Absturzort selbst auch einen Tag später noch deutlich zu sehen. Der Propeller der Maschine ist abgerissen und liegt etwa fünf Meter entfernt auf der Wiese. Ein Rad des Fliegers und andere Trümmer sind ebenfalls in einem größeren Umkreis verteilt, wie ein dpa-Reporter berichtet. Die ganze Front des rot-weißen Kleinflugzeuges ist zertrümmert, die Sitze des Piloten und des Passagiers daneben sind noch im Flugzeug zu sehen. Die rechte Tragfläche ist komplett abgerissen.

„Wieso, weshalb, warum können wir noch nicht sagen“

Ein Mann von der Flugunfalluntersuchung ist am Tag danach an der Absturzstelle zugange. „Wieso, weshalb, warum können wir noch nicht sagen“, erklärt er auf Nachfrage. „Das wird Wochen dauern. Es ging jetzt erst mal um einen ersten Faktencheck.“

Drei der Insassen seien verwandt, sagt die Staatsanwaltschaft.Jörg Halisch/dpa

Drei der Insassen seien verwandt, sagt die Staatsanwaltschaft.Jörg Halisch/dpa

© Jörg Halisch/dpa

Die Frage, warum zwei Männer starben und zwei Menschen schwer verletzt wurden, wird wohl nicht so schnell beantwortet werden. Die Untersuchungen zur Unglücksursache werden noch einige Zeit andauern, teilt auch die Staatsanwaltschaft Darmstadt auf Nachfrage mit.

„Es wird aber mehrere Wochen oder vielleicht sogar Monate in Anspruch nehmen, bis wir hier ein Ergebnis haben“, sagte eine Sprecherin des betroffenen Luftsportvereins. Im Standardvorgehen der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) ist nach etwa zwei bis drei Monaten mit einem Zwischenbericht zu rechnen. In dem Bericht werden die ersten Untersuchungen zusammengefasst. Ein Abschlussbericht zur Unfallursache nimmt in Normalfällen rund ein Jahr in Anspruch. Laut BFU ist das der normale Ablauf bei Flugzeugabstürzen.

Das Kleinflugzeug war laut Polizei aus bislang ungeklärter Ursache im Anflug auf einen Flugplatz im baden-württembergischen Weinheim abgestürzt, auf dem das Fest stattfand. Der Mann von der Flugunfalluntersuchung vor Ort sagte hingegen, es sei noch nicht sicher, ob der Unfall beim Landeanflug passiert sei. Angekündigt waren auf dem Sommerfest auch mehrere Kunstflüge. Der Verein schaltete seine Internetseite wenig später ab.

Staatsanwaltschaft: Drei Insassen sind verwandt

Nach Angaben der Polizei starben ein 67 Jahre alter Mann, bei dem es sich wohl um den Piloten handelt, und ein 76 Jahre alter Passagier. Die 40 Jahre alte Frau und das dreijährige Kind wurden mit schwersten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Lebensgefahr bestehe nach derzeitigem Kenntnisstand nicht, teilte die Staatsanwaltschaft am Montagvormittag mit. Drei Menschen im Flugzeug seien verwandt gewesen, sagte er. Der Pilot sei kein Familienangehöriger gewesen. 

Die Polizei setzt jetzt auch auf Zeugen: Die Ermittler hofften insbesondere auf Videoaufnahmen, „die den Flug des Kleinflugzeugs kurz vor dem Absturz zeigen“, teilte die Polizei mit. Wer entsprechende Aufnahmen gemacht habe, solle sich melden. 

Der Oberbürgermeister der Stadt Weinheim, Michael Möslang (CDU), hatte am Sonntagabend gesagt: „Am heutigen Sommerfest des Luftsportvereins Weinheim hat sich ein tragisches Unglück ereignet.“ Er spreche sein aufrichtiges Beileid und Mitgefühl den Angehörigen des Unglücks aus. 

17 Seelsorgerinnen und Seelsorger im Einsatz

Am Montag teilte er der Deutschen Presse-Agentur mit: „Der tragische Flugzeugabsturz hat mich tief erschüttert.“ Seine Gedanken und sein tief empfundenes Mitgefühl gelten in diesen Stunden den Angehörigen der Verstorbenen, den Verletzten und ihren Familien.

Das Unglück sei eine Tragödie, die die Menschen auch in Weinheim bewege, sagt der OB. Jörg Halisch/dpa

Das Unglück sei eine Tragödie, die die Menschen auch in Weinheim bewege, sagt der OB. Jörg Halisch/dpa

© Jörg Halisch/dpa

Er bedankte sich zudem bei den Einsatzkräften. „Hinter einem solchen Einsatz stehen Menschen, die mit Situationen konfrontiert werden, die auch an ihnen nicht spurlos vorübergehen“, sagte er. Nach Angaben von Mario Horvath vom Feuerwehr-Seelsorgeteam des Rhein-Neckar-Kreises, waren am Sonntagabend 17 Seelsorgerinnen und Seelsorger im Einsatz, sowohl an der Absturzstelle als auch am Gelände des Luftsportvereins. „Auch in den nächsten Tagen stehen unsere Teams den Betroffenen als auch den Einsatzkräften für weitere Betreuung zur Verfügung.“

„Für unsere Stadt sind das sehr traurige Stunden“

Es war nicht der erste tödliche Absturz eines Kleinflugzeuges dieses Jahr in Hessen oder Baden-Württemberg. Die Orte Viernheim und Weinheim liegen genau an der Grenze der beiden Bundesländer und damit nur wenige Kilometer voneinander entfernt. Am 8. August etwa kam ein 72-jähriger Senior beim Absturz eines Ultraleichtflugzeugs nahe der Sankt-Christopherus-Kapelle in Dunningen nahe Rottweil ums Leben. Ende Juni stürzten zwei Männer mit einer kleinen Propellermaschine in ein Feld neben der Start- und Landebahn des Segelflugplatzes im hessischen Pohlheim und starben. 

Am Montag waren an der Absturzstelle in Südhessen noch Experten zugange. Auf dem Gelände des Vereins wurden die Reste des Festes abgebaut. Tische und ein Getränkewagen wurden weggebracht. „Dieses Unglück ist eine Tragödie, die weit über den Flugplatz hinaus viele Menschen in Weinheim und der gesamten Region bewegt“, sagte der Oberbürgermeister. „Für unsere Stadt sind das sehr traurige Stunden. Wir trauern mit den Angehörigen und hoffen zugleich von Herzen, dass die beiden Schwerverletzten die Kraft finden, diese schweren Verletzungen zu überstehen.“