Flüchtlingsrat fordert freie Wohnortwahl für Geflüchtete
Nach dem Wahlsieg der AfD fragen sich Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte, ob ihre Zukunft noch in Sachsen-Anhalt liegen kann. Aber viele können das Land gar nicht einfach verlassen.
Saaeid Saaeid vom Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt. (Archivbild)Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
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Sachsen-Anhalts Landesflüchtlingsrat fordert nach der Landtagswahl mit einem starken Ergebnis für die AfD eine freie Wohnortwahl für Geflüchtete. „Menschen im Asylverfahren, Menschen in Duldung und auch Menschen mit gesichertem Aufenthalt, aber auch mit Wohnsitzauflagen können ihren Wohnort nicht frei wählen. Sie werden zugewiesen. Über sie wird entschieden“, sagte Saaeid Saaeid vom Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt. Die Menschen dürften nicht einfach dorthin ziehen, wo sie Unterstützung, Familie, Arbeit, Beratung oder Sicherheit fänden.
„Das ist in normalen Zeiten schon ein massiver Eingriff in Selbstbestimmung. In der aktuellen Situation wird es noch deutlicher, wenn Menschen nach dieser Wahl sagen, ich fühle mich hier nicht mehr sicher.“ Wer Menschen vor Unsicherheit schützen wolle, müsse ihnen Handlungsmöglichkeiten geben. „Die freie Wohnortwahl ist eine Frage von Schutz, Würde und Selbstbestimmung“, sagte Saaeid.
Angesichts des Ausgangs der Landtagswahl mit einem starken Ergebnis für die AfD stünden viele Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte vor den Fragen: Kann ich hier bleiben? Bin ich hier sicher? Kann ich selbst entscheiden, wo meine Zukunft liegt? „Deshalb fordern wir freie Wohnortwahl statt Zwangszuweisungen, Selbstbestimmung statt Ausgrenzung, Unterstützung dort, wo sie gebraucht wird. Und wir sagen: Sachsen-Anhalt darf seine Kräfte nicht in eine Politik stecken, die vor allem auf Abschiebung, Abschreckung und Kontrolle setzt.“
Der Flüchtlingsrat informiert Betroffene und vermittelt rechtliche Unterstützung, er nimmt auch Beschwerden auf und weist aus seiner Sicht auf Missstände hin.