Fischmarkt öffnet wie gewohnt – Hitze hat kaum Einfluss
Wenn es nachts so warm ist wie an einem lauen Sommertag, dann sind tropische Nächte. In der Nacht zum Samstag sinkt das Thermometer voraussichtlich nicht unter 20 Grad – zu heiß für den Fischmarkt?
Jeden Sonntag ist in Hamburg von 5.00 bis 9.30 Uhr Fischmarkt. Auch bei großer Hitze? (Archivbild)Daniel Bockwoldt/dpa
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Wer am frühen Sonntagmorgen den Altonaer Fischmarkt besuchen will, kann das sogar ohne Jacke tun. Denn die Temperaturen sollen in der Nacht nicht unter 20 Grad Celsius sinken. Auf den morgendlichen Beginn des über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannten Marktes an der Elbe hat die Wärme dagegen keinen Einfluss. Der traditionelle sonntägliche Fischmarkt öffnet wie gewohnt 5.00 bis 9.30 Uhr seine Tore für die Besucherinnen und Besucher, wie ein Sprecher des Bezirksamtes Hamburg-Altona der Deutschen Presse-Agentur sagte.
In der Nähe der Großen Elbgaustraße schlagen rund 120 bis 140 Händlerinnen und Händler ihre Lager auf und verkaufen Frischfisch, Fischprodukte, Gemüse und Pflanzen aus der Region und viele andere Dinge. Bis zu 50.000 Menschen besuchen sonntags den Fischmarkt an der Elbe.
Der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes des Ambulanten Gewerbes und der Schausteller, Klaus Moritz, geht davon aus, dass auch diesen Sonntag fast alle Gewerbetreibenden da sein werden. „Wenn der Fischmarkt jetzt nicht voll ist, wann dann?“ Gerade in den Sommermonaten würden viele Gemüse- und Pflanzenhändler aus dem Alten Land und Marsch- und Vierlanden den Markt aufwerten.
Kühltechnik sei Dank
Dass trotz der erwarteten Wärme fast alle Händler wie gewohnt da sein werden, liege auch daran, dass die Fahrzeuge und die Kühltechnik mittlerweile viel moderner seien als früher. „Die, die kommen, haben eine perfekte Kühlung.“ Damit seien die Produkte auch bei höheren Temperaturen gut geschützt.
Aufpassen müssten dagegen die Kundinnen und Kunden. „Die Wärme könnte also ein Hemmnis für sie sein, etwas zu kaufen. Vielleicht werden deshalb ein paar Händler für eine Woche aussetzen.“
In der Regel würden die Händler die Kundschaft auch darauf hinweisen, welche Fische und Produkte besser schnell zum nächsten Kühlschrank getragen werden sollten und welche die Wärme besser überstehen. „Räucherlachs und Räucheraal gehen wohl, Heilbutt ist empfindlich. Da bin ich als Händler ja auch meiner Kundschaft gegenüber in der Verantwortung.“
Fischmarkt existiert seit mehr als 300 Jahren
Der Hamburger Fischmarkt gegenüber der Fischauktionshalle existiert seit 1703. Bereits seit dem frühen 18. Jahrhundert wurden nach Angaben der Stadt auf dem Altonaer Fischmarkt neben Fisch auch Obst, Gemüse und Pflanzen verkauft. Dass der Markt auch sonntags früh geöffnet ist, liege daran, dass der frische Fisch bereits morgens vor dem Kirchgang in die herrschaftlichen Küchen gelangen sollte. Aktuell gibt es Pläne, die Öffnungszeiten zu verändern, um neue Kundschaft gewinnen zu können.
Weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt sind die Marktschreier, die lautstark ihre Produkte feilbieten. Zu den bekanntesten von ihnen zählt Aale-Dieter, der erstmals im Juni 1959 Fisch – vor allem Aale und Lachs – auf dem Fischmarkt verkaufte und es mit seinen Sprüchen zu bundesweiter Prominenz schaffte.
Parallel dazu war der Fischmarkt lange Zeit angesagter Treffpunkt für Nachtschwärmer aus den Clubs und Bars der nahegelegenen Reeperbahn. Genau diese Klientel ist in der Vergangenheit aber immer weniger geworden.