Feuer im Müritz-Nationalpark - erneut Evakuierungen
Polizisten klopfen an Türen, Menschen müssen aus Häusern. Der Wind treibt Flammen Richtung Granzin: Aber die Feuerwehr darf trotz Großaufgebot im Müritz-Nationalpark nicht zu nah an den Brand heran.
Der Waldbrand im Müritz-Nationalpark ist weithin sichtbar.Jens Büttner/dpa
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Der Großbrand im Müritz-Nationalpark beschäftigt die Einsatzkräfte die zweite Nacht in Folge. Am Abend lief die erneute Evakuierung der Ortschaften Granzin und Granziner Mühle an. „Das Problem ist, dass sich der Wind wieder gedreht hat und auch ein bisschen aufgefrischt hat“, sagte ein Sprecher des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Zuletzt sei das Feuer etwa 1,4 Kilometer von Granzin entfernt gewesen.
Der Ort hat laut Website der übergeordneten Gemeinde Kratzeburg etwas mehr als 100 Einwohnerinnen und Einwohner. Für Menschen, die eine Unterkunft benötigen, steht weiterhin das Gemeindezentrum in Peckatel zur Verfügung.
Bereits am Montag, dem Tag, an dem Feuer gemeldet wurde, waren Granzin, Granziner Mühle und Krienke zeitweise evakuiert worden.
„Noch mal einen großen Sprung gemacht“
Bei der Evakuierung klingeln Polizisten, schauen, ob jemand zu Hause ist und fordern zum Verlassen des Ortes auf, erklärte der Landkreissprecher. Wenn etwa ältere Menschen Hilfe bräuchten, unterstütze die Feuerwehr.
Die Fläche, die brennt oder schon gebrannt hat, betrug laut Sprecher bis zum Abend mehr als 91 Hektar. „Das hat in den letzten Stunden noch mal einen großen Sprung gemacht.“
Hunderte Feuerwehrkräfte sind im Einsatz.Jens Büttner/dpa
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Behörden und Polizei hatten etwa Urlauber wiederholt dazu aufgefordert, das Gebiet weiträumig zu meiden.
Alt-Munition erschwert Brandeinsatz
Da ein stark munitionsbelasteter ehemaliger Truppenübungsplatz betroffen ist, kann die Feuerwehr nicht direkt an den Brand heran, sondern muss einen Sicherheitsabstand von 1.000 Metern einhalten. Unabhängig vom Feuer kann sie zudem munitionsbelastete Gebiete nach Aussage des Landkreissprechers nicht betreten. Daher könnte eine Abwehrlinie mit Kreisregnern beispielsweise nur relativ dicht bei Granzin eingerichtet werden.
Erst Ende Juni war ein Brand auf einem anderen, aber nahe gelegenen Truppenübungsplatz im Nationalpark ausgebrochen. Mehr als 100 Hektar waren betroffen. Der dortige Einsatz dauerte mehrere Tage. Auch dabei handelte es sich um munitionsbelastetes Gelände.
Auch dieser Brand werde die Einsatzkräfte absehbar noch Tage beschäftigen, sagte der Landkreissprecher. Zuletzt war von etwa 250 Kräften allein bei der Feuerwehr die Rede. Weitere würden allerdings nachgefordert. Man rechne am Donnerstag, wohl eher am Freitag mit Regen, sagte der Sprecher. „Wenigstens bis dann wird das noch aktuell sein.“
Dass ein munitionsbelasteter ehemaliger Truppenübungsplatz betroffen ist, erschwert den Brandeinsatz.Jens Büttner/dpa
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Der Einsatz dürfte noch länger gehen.Jens Büttner/dpa
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