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Fast jeder fünfte Kleingarten in Sachsen-Anhalt steht leer

Immer mehr Kleingärten in Sachsen-Anhalt finden keine Pächter. Trotz sinkenden Durchschnittsalters wächst der Leerstand deutlich. Nun werden zusätzliche Hilfen gefordert.

03.06.2026

Die Zahl ungenutzter Parzellen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. (Symbolbild) Hendrik Schmidt/dpa

Die Zahl ungenutzter Parzellen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. (Symbolbild) Hendrik Schmidt/dpa

© Hendrik Schmidt/dpa

In Sachsen-Anhalts Kleingartenanlagen stehen immer mehr Parzellen leer. Anfang 2026 waren landesweit 17.655 der rund 96.770 erfassten Parzellen ungenutzt. Damit blieb fast jeder fünfte Kleingarten ohne Pächter. Gegenüber 2019 stieg die Zahl der Leerstände um rund 3.900 oder 28 Prozent. Das geht aus Antworten der Landesregierung auf mehrere parlamentarische Anfragen der Linken hervor.

Trotz des steigenden Leerstands bleibt das Kleingartenwesen im Land weit verbreitet. Nach den Angaben sind im Landesverband der Gartenfreunde Sachsen-Anhalt mehr als 1.400 Vereine mit insgesamt knapp 97.000 Parzellen organisiert. Die gesamte Kleingartenfläche umfasst demnach rund 4.266 Hektar.

Durchschnittsalter sinkt

Zugleich werden die Pächter im Durchschnitt jünger. Lag das Durchschnittsalter 2015 noch bei 63 Jahren, betrug es Anfang 2026 rund 57 Jahre. Dennoch reicht die Zahl neuer Gartenfreunde bislang nicht aus, um frei werdende Parzellen vollständig neu zu besetzen.

Besonders viele ungenutzte Kleingärten verzeichneten zuletzt die Verbände in Bernburg und Umgebung, Schönebeck und Umgebung sowie Magdeburg. Auch in der Region Zeitz lag die Zahl der leerstehenden Parzellen bei mehr als 1.000.

Forderung nach „Kleingartenmillion“

Die Linke sieht deshalb Handlungsbedarf. Die agrarpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, Kerstin Eisenreich, fordert für den nächsten Landeshaushalt eine zusätzliche „Kleingartenmillion“. Mit dem Geld könnten nach ihren Vorstellungen unter anderem verwilderte Parzellen beräumt, Gemeinschaftsgärten aufgebaut sowie Schul- und Kita-Gärten unterstützt werden.

Die Landesregierung verweist auf bestehende Fördermöglichkeiten und kommunale Entwicklungskonzepte für Kleingartenanlagen. Zugleich räumt sie ein, dass ihr für viele Bereiche des Kleingartenwesens keine vollständigen Daten vorliegen. Die verfügbaren Zahlen beruhen überwiegend auf freiwilligen Meldungen der im Landesverband organisierten Vereine.