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Falsche Bankanrufe: Polizei geht gegen Helfer vor

Immer wieder werden in Deutschland Menschen von falschen Bankmitarbeitern hinters Licht geführt. Nun ging die Polizei gegen vier Männer und eine Frau vor, die bei diesen Taten geholfen haben sollen.

13.10.2026

Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen Beihilfe zum Computerbetrug in mehr als 18.000 Fällen. (Symbolbild)Jens Kalaene/dpa

Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen Beihilfe zum Computerbetrug in mehr als 18.000 Fällen. (Symbolbild)Jens Kalaene/dpa

© Jens Kalaene/dpa

Mit Durchsuchungen in Serbien, Berlin und an anderen Orten sind die Berliner Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei gegen vier Männer und eine Frau vorgegangen, die Computerbetrügern zur Hand gegangen sein sollen. Mehr als 1,6 Millionen Euro sollen die Fünf vermutlich mit ihrem Service eingenommen haben. Den Ermittlern zufolge dürfte ihr Service der größte Anbieter dieser Art im deutschsprachigen Raum sein. 

Bereits am vergangenen Mittwoch wurden die Wohnungen von zwei Männern im Alter von 26 und 27 Jahren und einer 25-Jährigen durchsucht, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Heute Morgen wurden demnach in Berlin-Charlottenburg und in Hessen die Wohnungen eines 23-Jährigen und eines 41-Jährigen durchsucht.

Das wird den Beschuldigten vorgeworfen

Seit Anfang 2025 wird gegen die fünf Beschuldigten ermittelt. Als Hauptbeschuldigte gelten die beiden Männer und die Frau, bei denen in Serbien die Durchsuchungen stattfanden. Der Vorwurf gegen sie: Beihilfe zum Computerbetrug in mehr als 18.000 Fällen. In 70 Fällen konnten nach derzeitigem Stand bereits Schäden in einer Gesamthöhe von etwa 764.000 Euro nachgewiesen werden.

Die Beschuldigten sollen es mit ihrem Service Betrügern ermöglicht haben, Anrufe mit vorgetäuschten Nummern durchzuführen. Dadurch sollen sie insbesondere Taten unterstützt haben, bei denen sich Betrüger als Polizisten oder Bankmitarbeiter ausgaben. Nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen sind mindestens 600.000 Anwahlversuche von der Infrastruktur der Beschuldigten abgegangen.

Genannt werden Anrufe mit einer vorgetäuschten Nummer auch Call-ID-Spoofing. Angerufene können etwa auch die 112 oder 110 angezeigt werden, obwohl der Anruf von einer ganz anderen Nummer kommt.

Weitere Durchsuchungen in NRW

Auch die Wohnungen von 14 weiteren Beschuldigten wurden heute in Nordrhein-Westfalen durchsucht. Die Durchsuchungen sollen im Zusammenhang zu den Berliner Ermittlungen stehen. Außerdem wurden die Domains, Server, Telegram-Accounts und weitere technische Infrastruktur der kriminellen Plattform beschlagnahmt und abgeschaltet, wie es hieß.

Gegen den 26-Jährigen und den 27-Jährigen wurden bereits bestehende Haftbefehle vollstreckt. Sie sollen nach Deutschland überstellt werden. Was mit der Frau und den anderen beiden Männern passiert, war zunächst nicht klar.