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FC St. Pauli verbietet Smart Glasses im Millerntor-Stadion

Viele Datenschützer haben Bedenken bei sogenannten Smart Glasses. Sie sehen bei den Datenbrillen die Gefahr, dass Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Der FC St. Pauli reagiert auf die Debatte.

28.10.2026

Zutritt verboten: Der FC St. Pauli untersagt Smart Glasses im Millerntorstadion. Christoph Schmidt/dpa

Zutritt verboten: Der FC St. Pauli untersagt Smart Glasses im Millerntorstadion. Christoph Schmidt/dpa

© Christoph Schmidt/dpa

Der FC St. Pauli untersagt die Nutzung von Smart Glasses in seinem Millerntor-Stadion. Damit reagiere der Verein „auf die technische Entwicklung und die Möglichkeit, andere Menschen unbemerkt und ohne deren Zustimmung aufzunehmen“, teilte der Fußball-Zweitligist mit. Nur in begründeten Fällen gebe es Ausnahmen vom Verbot, beispielsweise für Menschen, die auf technische Hilfsmittel angewiesen sind. 

Smart Glasses sind Datenbrillen, die mit einer Kamera und einem Mikrofon ausgestattet sind. Sie sind optisch kaum von gewöhnlichen Seh- oder Sonnenbrillen zu unterscheiden. Mit ihnen können unauffällig Fotos, Videos und Tonaufnahmen gemacht werden, ohne dass andere Menschen dies bemerken. 

Keine bundesweite Regelung, aber erste Verbote

Datenschützer sehen die Gefahr, dass Persönlichkeitsrechte verletzt werden können. Eine bundesweite Regelung zum Umgang mit den Smart Glasses gibt es derzeit nicht. Einige öffentliche Schwimmbäder haben aber beispielsweise die Brillen verboten. Die Smart Glasses werden auch dank Künstlicher Intelligenz (KI) leistungsfähiger. Es wird für andere Menschen zudem schwieriger zu erkennen, ob eine Brille aktuell genutzt wird oder nicht.  

„Der FC St. Pauli hat sich deshalb entschieden, seine Stadionordnung anzupassen. Künftig ist das Mitführen von Brillen mit integrierter Kamera- oder Tonaufnahmefunktion sowie vergleichbaren am Körper tragbaren Geräten mit entsprechender Funktion am Millerntor untersagt“, schrieb der Club. Smartphones seien von der Regelung ausgenommen. 

Breite Zustimmung beim FC St. Pauli für Verbot

Der Verein betonte, ihm sei bewusst, „dass sich ein solches Verbot ebenso wie andere Regelungen der Stadionordnung nicht lückenlos kontrollieren lässt“. Die Aufnahme in die Stadionordnung schaffe jedoch Klarheit und eine Grundlage, um im konkreten Fall handeln zu können. Auch das Sicherheitspersonal werde geschult, um die betreffenden Geräte erkennen zu können.

Die Änderung der Stadionordnung sei vorab mit dem Fanladen, dem Inklusionsbeirat, dem Ständigen Fanausschuss sowie den Bereichen Sicherheit, Recht und Awareness des FC St. Pauli besprochen worden und habe breite Zustimmung gefunden. Entscheidend sei für den Verein, „einen möglichst sicheren Rahmen zu schaffen, in dem Besucher*innen sich wohl fühlen“.