Ex-FDP-Chef Dürr steigt bei Start-up für Öko-Kraftstoffe ein
Im Mai gab Christian Dürr den FDP-Vorsitz ab - nun hat er einen neuen Job. Und der hat einiges mit dem zu tun, was seine Partei politisch propagiert. Es geht im weitesten Sinn um Mobilität.
Wechselt ins Management eines Energiehändlers: Ex-FDP-Chef Christian Dürr.Michael Kappeler/dpa
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Der frühere FDP-Vorsitzende Christian Dürr wechselt in die Wirtschaft. Der Diplom-Ökonom wird zum 1. August Geschäftsführer des Münchner Start-ups GLE360, das den noch jungen Markt für synthetische Kraftstoffe erschließen will, wie Dürr der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sagte. Die Abkürzung GLE steht für Green Liquid Energy. Dürr war bis Mai Vorsitzender der Freien Demokratischen Partei.
Die im vergangenen Jahr gegründete GLE360 GmbH stellt eine Plattform bereit, um internationale Lieferanten von synthetischen Kraftstoffen (E-Fuels) mit europäischen Kunden zusammenzubringen.
E-Fuels seit langem ein FDP-Thema
Der Niedersachse Dürr hatte sich in der Zeit der Ampel-Regierung als FDP-Fraktionschef für einen technologieoffenen Klimaschutz eingesetzt. Die FDP machte sich dafür stark, Autos mit Verbrennermotor auch nach 2035 noch in der EU neu zuzulassen, wenn sie mit E-Fuels betrieben werden.
„Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe. Ein Start-up, das den Markt für E-Fuels voranbringen will, passt genau zu dem, wofür ich mich auch politisch stark gemacht habe“, sagte Dürr der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Sämtliche Autos und Lkw mit Strom zu betreiben werde technisch und wirtschaftlich nicht funktionieren. „Die Elektromobilität ist eine Option, aber es braucht dringend Alternativen wie E-Fuels.“ Bezahlbare Energie sei der Schlüssel für einen attraktiven Wirtschaftsstandort und mehr Wettbewerbsfähigkeit.
Dürr war in der vergangenen Wahlperiode Vorsitzender der FDP-Fraktion im Bundestag gewesen. Nach dem Ausscheiden der Liberalen aus dem Parlament bei der Bundestagswahl 2025 übernahm er den Parteivorsitz. Im vergangenen Mai trat der 49-Jährige beim Bundesparteitag nicht erneut an, sondern überließ die Führung der Liberalen Wolfgang Kubicki.