Ex-DGB-Chef wird Migrationsbeauftragter
Vor mehr als 40 Jahren flüchtete er aus dem Iran, nach einer Gewerkschaftskarriere übernimmt Mehrdad Payandeh jetzt ein neues Amt. Sein Vorgänger trat unter ungewöhnlichen Umständen zurück.
Payandeh hatte sich in Niedersachsen als Gewerkschafter einen Namen gemacht. (Archivbild)Michael Matthey/dpa
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Der frühere DGB-Bezirkschef Mehrdad Payandeh ist von Niedersachsens Landesregierung zum neuen Migrationsbeauftragten berufen worden. Das teilte die Staatskanzlei in Hannover nach einer Kabinettssitzung mit. Zuerst hatte die „Braunschweiger Zeitung“ über die Personalie berichtet.
Payandeh folgt auf den SPD-Landtagsabgeordneten Deniz Kurku, der Anfang September nach Anfeindungen, Morddrohungen und Falschbehauptungen im Zusammenhang mit der Gewalttat von Stade von dem Ehrenamt zurückgetreten war. Kurkus Schwiegermutter soll nach Ermittlerangaben den Fluchtwagen des 45-jährigen Mannes gefahren haben, der Ende Juni sechs Beschäftigte der Jugendhilfe in einer Mutter-Kind-Einrichtung erschossen haben soll.
Ob die Schwiegermutter an der Tat von Stade beteiligt war, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Kurku hatte die familiäre Verbindung nach Bekanntwerden selbst offengelegt.
Das ist Mehrdad Payandeh
Der im Iran geborene Payandeh stand von 2018 bis 2025 an der Spitze des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) im Bezirk Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt. 2025 kandidierte er aus Altersgründen nicht noch einmal.
Im Alter von 25 Jahren war Payandeh 1985 aus dem Iran zunächst nach Ost- und dann nach West-Berlin geflohen. In Deutschland arbeitete er zunächst als Lagerarbeiter, trat der SPD bei und studierte später Volkswirtschaftslehre. 2004 promovierte er in Bremen. 2008 wechselte er in die Bundesvorstandsverwaltung des DGB nach Berlin.
Niedersachsens Ex-Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) bezeichnete Payandeh einst als „hochloyalen Partner“ und als „Netzwerker vor dem Herrn“.