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Schenk mahnt Ukraine-Hilfe an – Erschütternde Berichte

Ukrainische Soldaten berichten in Dresden von Hunger, Folter und dem Wunsch nach Frieden. Der CDU-Europaabgeordnete Oliver Schenk fordert mehr Unterstützung für die Ukraine im Kampf gegen Russland.

27.02.2026

Ukrainische Soldaten berichten in Dresden über ihre Kriegsgefangenschaft in Russland.Sebastian Kahnert/dpa

Ukrainische Soldaten berichten in Dresden über ihre Kriegsgefangenschaft in Russland.Sebastian Kahnert/dpa

© Sebastian Kahnert/dpa

Der sächsische Europaparlamentarier Oliver Schenk (CDU) mahnt eine weitere Unterstützung der Ukraine im Kampf gegen den Aggressor Russland an. „Die Menschen in der Ukraine sind nach vier Jahren Krieg verständlicherweise erschöpft, aber sie kämpfen tapfer weiter – für ihre und unsere Freiheit. Gleichzeitig spüren wir auch bei uns und in einigen EU-Mitgliedstaaten eine gewisse Ermüdung“, erklärte Schenk. Umso wichtiger sei es jetzt, „politisch klar zu bleiben“.

Ukraine-Hilfe ist auch moralische Verpflichtung

„Dieser Krieg entscheidet nicht nur über die territoriale Integrität der Ukraine, sondern über die Frage, ob in Europa das Recht des Stärkeren oder die Stärke des Rechts gilt. Er fordert täglich zivile Opfer. Kinder werden gewaltsam verschleppt, tausende Menschen leiden in Gefangenschaft“, betonte der CDU-Politiker.

Unterstützung für die Ukraine sei deshalb keine Frage kurzfristiger Stimmungen, sondern strategischer Verantwortung – und moralischer Verpflichtung.

Schenk: Europa kann bei Angriffskrieg nicht neutral sein

„Europa ist aus den Trümmern von Krieg und Gewalt entstanden – als Friedens- und Rechtsgemeinschaft. Gerade deshalb dürfen wir gegenüber einem Angriffskrieg nicht neutral sein“, sagte Schenk der Deutschen Presse-Agentur. Der Beistand für die Ukraine entscheide mit darüber, ob in Europa das Völkerrecht oder das Recht des Stärkeren gilt.

Im Europäischen Parlament gebe es weiterhin eine breite Mehrheit für Solidarität – ein Frieden dürfe nicht zulasten der ukrainischen Selbstverteidigungsfähigkeit gehen.

Europaparlamentarier Oliver Schenk (CDU) mahnt eine weitere Unterstützung der Ukraine in ihrem Kampf gegen den russischen Aggressor an. (Archivbild)Jan Woitas/dpa

Europaparlamentarier Oliver Schenk (CDU) mahnt eine weitere Unterstützung der Ukraine in ihrem Kampf gegen den russischen Aggressor an. (Archivbild)Jan Woitas/dpa

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Für EU-Beitritt der Ukraine Zwischenschritte erforderlich

Schenk äußerte sich auch zu einer von der Ukraine angestrebten EU-Mitgliedschaft. „Die Ukraine hat unter schwierigsten Bedingungen beeindruckende Reformschritte eingeleitet. Zugleich ist klar: Der Beitrittsprozess bleibt anspruchsvoll und an klare Kriterien gebunden – insbesondere bei Rechtsstaatlichkeit, Korruptionsbekämpfung und institutioneller Stabilität.“

Eine baldige Vollmitgliedschaft sei daher nicht realistisch. Man brauche einen beschleunigten Integrationsprozess mit konkreten Zwischenschritten.

Ukrainische Soldaten berichten über traumatische Erlebnisse

Bei einem Treffen im Sächsischen Landtag bekam der Krieg dann Gesichter. Ukrainische Soldaten, die auf Initiative von Schenk derzeit in Deutschland sind, berichteten von traumatischen Erfahrungen in russischer Kriegsgefangenschaft.

„Hunger war eine der Waffen, die sie verwendeten“, sagte Juan Garcia, dessen Vater aus Kuba stammt und der bei der Verteidigung seiner Geburtsstadt Mariupol kämpfte. Er befand sich drei Jahre und drei Monate in Gefangenschaft. Viele seien vor Hunger verrückt geworden, hätten den Verstand verloren und könnten nie mehr so sein wie früher.

Juan Garcia war in Kriegsgefangenschaft und berichtet vom Hunger, dem er und seine Mitgefangenen ausgesetzt waren.Sebastian Kahnert/dpa

Juan Garcia war in Kriegsgefangenschaft und berichtet vom Hunger, dem er und seine Mitgefangenen ausgesetzt waren.Sebastian Kahnert/dpa

© Sebastian Kahnert/dpa

„Ich werde nie mehr derselbe Mensch sein“

Der 28-Jahre alte Garcia warf den Russen regelmäßige Folter Gefangener vor, etwa wenn Betroffene beim Duschen mit heißem Wasser quält und mit Tasern Elektroschocks bekommen hätten – „nur zum Spaß“. Für die Wärter sei das Routine gewesen.

Sie hätten in den ukrainischen Gefangenen nur Kriminelle gesehen. „Wir waren die niedrigsten Lebewesen, die nicht nur bestraft, sondern auch gedemütigt und gefoltert werden sollten. (...) Ich werde nie vergessen, was mir widerfuhr und ich werde nie mehr derselbe Mensch sein, der ich vorher war.“

Gedanken an Frau und Kinder gaben Kraft zum Überleben

Ruslan Odaiskyi aus Sewastopol, der im zivilen Leben als Kapitän eines Schiffes die Weltmeere befuhr, berichtete unter anderem davon, was in der Gefangenschaft Kraft zum Überleben gab. Es seien vor allem die Gedanken an die Familie, an die Frauen und Kinder gewesen. Manche hätten auch zu Gott gebetet. Für den 51-Jährigen wäre es ein Traum, wenn er wieder seinen Zivilberuf ausüben könnte. „Ich möchte wieder den Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang auf offener See sehen, wenn ich auf dem Schiff arbeite.“

Auch Gennadi Karchenko sprach von seinen Erlebnissen in Krieg und Gefangenschaft.Sebastian Kahnert/dpa

Auch Gennadi Karchenko sprach von seinen Erlebnissen in Krieg und Gefangenschaft.Sebastian Kahnert/dpa

© Sebastian Kahnert/dpa

Glaube an den Sieg und Sehnsucht nach Frieden

Der Geschichts- und Englischlehrer Gennadi Karchenko (53) hatte sich schon nach der russischen Besetzung der Krim 2014 als Freiwilliger bei der ukrainischen Armee gemeldet und geriet nach der Verteidigung des Stahlwerkes Mariupol im Mai 2022 in Gefangenschaft.

Er will nun zu seiner früheren Einheit zurückkehren. Viele würden das tun, weil sie an den Sieg glauben. „Unsere Kinder, unsere Frauen, wir wollen in Frieden leben. Wir wollen in einer wirtschaftlich und kulturell hochentwickelten Gesellschaft leben.“