Erträge der Organisierten Kriminalität schnellen nach oben
Die Erträge aus Organisierter Kriminalität in Hamburg sind 2025 auf fast 151 Millionen Euro gestiegen – mehr als siebenmal so viel wie im Vorjahr. Das geht aus einer Anfrage an den Senat hervor.
Ein Großteil der Ermittlungsverfahren gegen die Organisierte Kriminalität dreht sich um den Drogenhandel. (Symbolbild)Marcus Brandt/dpa
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In Hamburg ist die Zahl der im Zusammenhang mit Organisierter Kriminalität geführten Ermittlungsverfahren im vergangenen Jahr zwar leicht gesunken. Allerdings schossen die Erträge, die von diesem Täterkreis mit kriminellen Geschäften erzielt wurden, laut der Senatsantwort auf eine Große Anfrage aus der CDU-Bürgerschaftsfraktion in die Höhe.
14 sogenannte OK-Verfahren habe die Polizei 2025 an das Bundeskriminalamt gemeldet. Das war ein Ermittlungsverfahren weniger als im Vorjahr - ein Rückgang um knapp 6,7 Prozent. Bei neun der Fälle drehte es sich laut Senatsantwort um Drogenschmuggel oder -handel. In vier Fällen ging es demnach um Gewaltkriminalität; bei einem um Geldwäsche.
Mit 21 Festnahmen im Zusammenhang mit OK-Verfahren lag man im vergangenen Jahr exakt auf Vorjahresniveau. Die Zahl der erlassenen Haftbefehle sank jedoch von 21 in 2024 auf nur noch 15 im vergangenen Jahr.
Taterträge bei Organisierter Kriminalität explodieren
Auch der in den Verfahren bezifferte Gesamtschaden sank dem Senat zufolge deutlich auf rund 6,3 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte er noch bei knapp 52 Millionen Euro gelegen. Die Erträge der Täter wurden für 2025 mit fast 151 Millionen Euro angegeben - mehr als siebenmal so viel wie 2024 (21 Millionen Euro).
Im Zuge der Verfahren seien im vergangenen Jahr Vermögenswerte im Umfang von gut 2,1 Millionen Euro gesichert worden mehr als dreimal so viel wie 2024 (641.000 Euro).
„Das von der Organisierten Kriminalität ausgehende Gefahren- und Bedrohungspotenzial für den Staat und die Gesellschaft nimmt der Senat sehr ernst und die Bekämpfung dieser Strukturen hat oberste Priorität“, heißt es in der Antwort.
CDU fordert bessere Ausstattung und mehr Ermittler
Der deutliche Anstieg der durch Organisierte Kriminalität gewonnen Erträge belege, „wie attraktiv Hamburg für derartige Kriminelle ist“, sagte der Innenexperte der CDU-Fraktion, Dennis Gladiator, der Deutschen Presse-Agentur. „Wenn der Senat behauptet, die Bekämpfung dieser Strukturen habe oberste Priorität, muss er seinen Worten auch Taten folgen lassen“, forderte er.
So müssten sowohl die für die Organisierte Kriminalität zuständige Fachabteilung beim Landeskriminalamt (LKA 6) als auch die entsprechenden Abteilungen in der Staatsanwaltschaft personell und sachlich so ausgestattet werden, „dass sie die Täter konsequent verfolgen und deren illegal erlangtes Vermögen vollständig abschöpfen können“, sagte Gladiator.
„Die Behauptung des Senats, es gäbe in Hamburg keine Clankriminalität, zeigt aber, wie sehr er die Augen vor der Realität verschließt“, sagte der CDU-Mann.
Senat sieht keine Hinweise auf Clanstrukturen in Hamburg
Hinweise auf Clankriminalität wie beispielsweise in Berlin oder Nordrhein-Westfalen sieht der Senat in Hamburg nicht. Danach gefragt, verwies er auf seine Antwort auf eine CDU-Anfrage aus der vergangenen Legislaturperiode: „Im Gegensatz zu den stark betroffenen Ländern konnten in Hamburg weiterhin keine Clanstrukturen im Sinne der Fragestellung festgestellt werden“, hieß es darin.
Der Begriff Clankriminalität ist umstritten, weil er nach Ansicht von Kritikern Menschen mit Migrationshintergrund alleine aufgrund ihrer Familienzugehörigkeit und Herkunft stigmatisiert und diskriminiert.
Die Mehrzahl der bei den OK-Verfahren ermittelten Tatverdächtigen hatte laut Senatsantwort die deutsche Staatsbürgerschaft: bei 51 von 91 Verdächtigen war das im vergangenen Jahr so. Schon 2024 waren von 100 Verdächtigen 55 Deutsche.